1; Prager Radweg (Brno – Pernštejn)

Routenführung:

Brno, Stadion FC Sparta – Brno, Halle Rondo – Brno, Bystrc, Anlegeplatz – Burg Veveří – Veverská Bítýška – Čebín – Tišnov – Lomnice u Tišnova – Doubravník – Nedvědice – Pernštejn – (Prag)

Charakteristik:

Die Hauptradroute verbindet Brno (Brünn), die zweitgrößte Stadt Tschechiens Brno, mit der Hauptstadt Praha (Prag). In Brünn ist es der wichtigste und frequentierteste städtische Radweg, außerhalb der Stadt führt er in die schöne Natur um Tišnov und zu den tiefen Tälern und steilen Bergen des Svratka-Berglands. Die Route beginnt südlich vom Stadtzentrum am Scheideweg mit der Greenways-Hauptradroute Nr. 4 Krakau – Mähren – Wien, sie führt überwiegend auf neuen angenehmen Radwegen oder Nebenstraßen entlang der Svratka bis zum Stadtrand am Brünner Stausee. Auf dem rechten Seeufer auf einer frequentierten Landstraße (II. Klasse) an der Burg Veveří vorbei. Dieser Abschnitt ist relativ anspruchsvoll, was die Verkehrsdichte und Steigungen betrifft. Hinter dem Brünner Stausee und Veverská Bítýška durch die hügelige Boskowitzer Furche nach Tišnov, überwiegend auf Straßen der III. Klasse. Hinter Tišnov steigt die Radroute hinauf in das bergige Gelände des Böhmisch-Mährischen Hügellands, entlang des Baches Besének in das altertümliche Städtchen Lomnice, und nach der Überwindung des Bergsattels zwischen Sýkoř und Veselský chlum zurück bergab in das tiefe Tal der Svratka, durch Doubravník und Nedvědice zur Burg Pernštejn, bzw. weiter nach Bystřice nad Pernštejnem und in die Region von Žďár.

Routenparameter:

Schwierigkeitsgrad : Turista
Routenlänge: 65 (252) km
Routenmarkierung: Schild mit Nummer
Geeigneter Fahrradtyp: Krosové
Maximale / minimale Seehöhe: 612 m ü.M. / 194 m ü.M.
Gesamtsteigung: 3111 m
Gesamtsteigung in Metern: 1689 m

Sehenswürdigkeiten entlang der Route:

Zusammenfluss von Svratka und Svitava: Der südlichste Punkt der Route, weiter nach Süden führt von hier die Route Nr. 4 Brünn – Wien; der Zusammenfluss von zwei Brünner Flüssen stellt gemeinsam mit dem Radweg und den anliegenden Einkaufszentren ein wichtiges Erholungsgebiet der Brünner dar.

 

Brno-Komárov: Das älteste erhaltene Gebäude in Brünn ist die Kirche des Hl. Jiljí (Ägidius) anstelle einer 1104 gegründeten Benediktinerpropstei, die sich hier bis 1527 befand. Die Kirche mit einem romanischen Portal trägt Spuren zahlreicher Umbauten. Am Ufer von Svratka hinter dem Fußballstadion FC Sparta entsteht eine Inline-Skate-Anlage.

 

Brno, Mehrzweckhalle Rondo: Ca. 1 km vom Brünner Hauptbahnhof (Brno – Hlavní nádraží) und dem Stadtzentrum entfernt. Als die zweitgrößte Stadt Tschechiens mit 400 000 Einwohnern und das historische Verwaltungszentrum Mährens ist Brünn heute die Hauptstadt des Kreises Südmähren, ein Messezentrum und ein städtisches Denkmalschutzgebiet. Špilberk– Burg und Festung, Altes Rathaus, Stadttor Měnínská brána (Straße Orlí), Petrov – Dom der Hl. Peter und Paul, Jakobskirche(Platz Jakubské nám), Thomaskircheund das ehem. Augustinerkloster (Platz Moravské nám.), Kapuzinerkloster (Platz Kapucínské nám.), Minoritenkloster (Straße Minoritská), Neues Rathaus (Platz Dominikánské nám.), Dietrichstein-Palaisund das Mährische Landesmuseum (Zelný trh), Bischofshof (Zelný trh), Haus Tugendhat (Straße Černopolní im Stadtteil Černá Pole) – ein weltberühmtes funktionalistisches Bauwerk, UNESCO-Denkmal.

 

Riviéra: Ein erneuertes Erholungsareal auf dem Ufer der Svratka gegenüber dem Brünner Messegelände mit funktionalistischen Ausstellungshallen.

Brno-Pisárky: Ein einmaliges archäologisches Museum für Vorgeschichte – der Pavillon Anthropos mit einem lebensgroßen Mammut-Modell.

 

Brno-Komín: Ursprünglich gotische Kirche des Hl. Vavřinec (Laurentius), gegründet 1323 von der Königin Elisabeth Richeza, 1912 bis 1913 neugotisch umgebaut als ein kreuzförmiges Schiff zwischen dem urspr. Turm und Presbyterium. Am Fluss eine ursprüngliche mittelalterliche Wassermühle, 1923 umgebaut zu einem bis heute funktionsfähigen Wasserkraftwerk.

 

Brno-Bystrc: Ein 1373 gegründetes Dorf, ursprünglich Bystré genannt, seit 1960 ein Stadtteil von Brünn. Die Kirche St. Johannes Baptist und Evangelist wurde 19. Jh. zur heutigen Form umgebaut. Geburtsort des Malers und Bildhauers Jakub Obrovský. Im Abschnitt Komín – Bystrc ein dichter Radfahrerverkehr und außerdem mehrere Pfeiler mitten auf dem Gehsteig, der als Radweg markiert ist. Im Ortszentrum eine über 400 Jahre alte Winterlinde, die für den ältesten Baum in Brünn gehalten wird. Auf dem linken Ufer der Svratka befindet sich ein Zoologischer Garten.

 

Brünner Talsperre: Brněnská přehrada, ältere Bezeichnung „Kníničská přehrada“ nach dem überschwemmten Dorf Knínice. Errichtet 1936 bis 1940. Der 34,5 m hohe Damm staut 21 Mio. Kubikmeter Wasser an. Die Rückstaustrecke beträgt 10 km. Der Stausee dient den Erholungszwecken. Der Schiffverkehr zwischen einem Anlegeplatz unweit vom Damm bis nach Veverská Bítýška ermöglicht auch die Fahrradbeförderung.

 

Naturpark Podkomorské lesy: Umfasst ausgedehnte Wälder auf dem gegliederten Bergrücken zwischen Bystrc, Moravské Knínice, der Burg Veveří und Ostrovačice. Schauplatz des Romans „Pohádka máje“ (Das Maimärchen) von V. Mrštík.

 

Obora: Campingplatz

 

Anlegeplatz unter der Burg Veveří: Die Ufer sind mit einem Fußgänger- und Radfahrersteg verbunden. Auf dem anderen Ufer eine beliebte, allerdings nicht besonders sichere Radroute von der Wanderwegkreuzung „Na Zouvalce“ und über das Feriendorf „Junácká louka“ nach Veverská Bítýška. Vom Anlegeplatz zur Burg ein neuer Wanderweg mit einer interessanten Holzbrücke.

 

Burg Veveří: Ursprünglich romanische Burg, belegt 1222. Ein Turm aus dieser Zeit. Ende des 13. Jh. entstand eine frühgotische Burg (Spornturm, Palast und Kapelle). Der heutige Grundriss entstand 1406. Im 17. und 18. Jh. wurde die Burg barockisiert und erweitert. Im 20. Jh. wurde die Burg mit einem unsachgemäßen Umbau beschädigt und lange nicht mehr benutzt. Zurzeit läuft hier eine sukzessive erfolgreiche Wiederherstellung. In der Touristensaison finden hier Kulturveranstaltungen, Ausstellungen und Konzerte statt.

 

U Matky Boží: Ursprünglich spätromanische Muttergotteskapelle (Ende 12. Jh.), barocke Innenausstattung. Gotisches Wandbild der Madonna mit Kind, wahrsch. vom Meister des Hohenfurther Zyklus.

 

Veverská Bítýška: Als Dorf belegt seit 1446, 1481 zum Städtchen erhoben. Kirche urspr. spätgotisch (15. Jh.), 1771–82 spätbarocker Umbau.

 

Chudčice: Erste Erwähnung 1235. Kapelle der Auffindung des Hl. Kreuzes (1993–96) von Ladislav Müller.

 

Sentice: Die Familienbrauerei von Jiří Jelínek stellt das einmalige Honigbier Kvasarher, das Sie in einer Gaststätte unweit der Brauerei am oberen Ortsende verkosten können.

 

Čebín: Altertümliches Dorf mit einer ursprünglich romanischen Georgkirche. Das Presbyterium mit Rippengewölbe und figürlichen Wandmalereien wurde in der 1. Hälfte des 14. Jh. zugebaut. Nach einem Brand 1772 in die heutige Form umgebaut.

 

Čebínka: Markanter isolierter Kalksteinberg (431 m ü. M.), wesentlich verändert durch den früheren Großabbau. Seit 2003 befindet sich auf dem Gipfel ein Fernmeldeturm mit einer Aussichtsplattform, zugänglich an Wochenenden in der Touristensaison.

 

Drásov: Frühgotische Pfarrkirche der Erhöhung des Hl. Kreuzes(Mitte 13. Jh.) mit Fresken im Presbyterium. Am Ortsrand eine Garteneisenbahn und Museum für Industrie-, Feld- und Bergwerk-Schmalspurbahnen.

 

Tišnov:Wenzelskirche(vor 1235). In der Innenstadt mehrere Barockhäuser, Jugendstilrathaus (1905), funktionalistisches Sparkassengebäude (1931) von B. Fuchs. Auf die Vergangenheit als Luftkurort erinnert sowohl das Kurgebäude (heute Krankenhaus) als auch ein Ensemble von repräsentativen Sommervillen und -häusern. Im örtlichen Sokol-Haus findet zweimal im Jahr eine regelmäßige Mineralbörse statt. Über der Stadt ragt der auffällige Bergkegel Květniceempor, ein Naturreservat mit Vorkommen von Mineralien, seltenen kalkliebenden Steppenpflanzen und Höhlendes Tišnover Karstes. Die Wege hier sind für Fahrrad völlig ungeeignet.

 

Předklášteří: Das Kloster Porta Coeli (Himmelspforte) wurde 1233 von der Königin Konstanze, der Witwe des Přemysl Ottokar I., unweit von Tišnov gegründet. Klosterkirche der Himmelfahrt Mariä im romanisch-gotischen Stil mit einem einmaligen gotischen Portal. In einem Teil der Klosterräume sind Ausstellungen des Podhorácké museumuntergebracht.

 

Lomnička: Ein mittelalterliches Vorwerk des Klosters Porta Coeli aus dem 17. Jh. bis heute im ursprünglichen Zustand erhalten. Friedrichskapelle (1756). Am Haus Nr. 4 Gedenktafel von Bronislav Hromek, Legionär in Russland.

 

Naturpark Svratecká hornatina: Errichtet 1988–1995 auf einer Gesamtfläche von über 36.000 ha. Umfasst das ausgedehnte Svratka-Bergland, dessen Achse das tiefe felsige Svratka-Tal mit beidseitigen Zuflüssen darstellt. Es ist der am stärksten gegliederte Teil in ganz Böhmisch-Mährischen Hügelland mit so großen Höhenunterschieden, dass der Name „Bergland“ völlig berechtigt ist.

 

Šerkovice: Erste Erwähnung bereits 1293. In der Umgebung war im Zweiten Weltkrieg die Partisanengruppe „Jermak“ tätig. Am Gemeindeamt hat sich eine gezimmerte Obstdörrhütte erhalten.

 

Lomnice: Die altertümliche Stadt entstand unter einer Burg, die Mitte des 13. Jh. von der Familie Meziříčský gegründet wurde, die sich später von Lomnice schrieb. 1662 wurde die Burg mit dem Städtchen von der ungarischen Familie Serényi erworben und im Barockstil gründlich umgebaut; die städtebaulichen Eingriffe sind bis heute bemerkbar. Das heutige städtische Denkmalschutzgebiet umfasst den Stadtplatz mit einer massigen Frühbarockkirche der Heimsuchung Mariä (1669–82), das barocke einstöckige Pfarrhaus, Rathaus, Gebäude der ehem. Herrschaftsbrauerei mit einer Statue des Königs Gambrinus und die 300 Jahre alte Pestsäule mitten auf dem Platz sowie ursprüngliche Bürgerhäuser am Platz und in anliegenden Straßen. Die Burg wurde auf dem ursprünglichen Grundriss zu einem Schloss umgebaut, heute befindet sich darin eine Berufsschule. Im Schloss eine bemerkenswerte spätgotische Kapelle des Hl. Franz von Assisi, ein Arkadenhof und der ursprüngliche Burgbrunnen. Der Burgberg wird von einem heute verwilderten Schlossgehege bedeckt, das als Naturdenkmal „Zámecký les“ geschützt wird. Im nördlichen Stadtteil hat sich das ehem. Jüdische Viertel aus der Mitte des 17. Jh. erhalten, die aus 35 Häusern bestand. Eine barocke Synagoge (1780–85) wird heute als Kultur- und Ausstellungssaal genutzt. Ein jüdisches Einkehrhaus dient als Gaststätte und Schülerheim. Am Stadtrand ein jüdischer Friedhof mit Grabsteinen aus dem 18. bis 20. Jh.

 

Prudká: Am Eisenbahnhaltepunkt eine überdachte Holzbrücke über die Svratka (1899). Technisches Denkmal.

 

Doubravník: Ortschaft an einem Augustinerinnenkloster (Anf. 13. Jh.). Heute Flecken. Das Denkmalschutzgebiet umfasst das Rathaus (Anf. 17. Jh.), Haus Nr. 35, Annenkapelle (1696) und vor allem die dominierende spätgotische Kirche der Erhöhung des Hl. Kreuzes(1535–1557), erbaut anstelle des ehem. Klosters als Gruft der Herren von Pernstein. 1857 wurde die neugotische Gruft der Mitrovskýs zugebaut, bis heute befinden sich hier Sarkophage mit eisernen Grabtafeln. Oberhalb des Ortes eineWallfahrtskapelle der Hl. Maria Magdalena(1897).

 

Černvír: Die urspr. romanische Kirche der Himmelfahrt Mariä, später im gotischen und barocken Stil umgebaut, befindet sich an einem Ende eines markanten Felssporns gegenüber dem ehemaligen Burgstall der Herren von Černvír, der vor der Mitte des 14. Jh. einging. Das Anwesen Nr. 2 gegenüber der Kirche ist ein Denkmal der gemauerten Volksarchitektur. Die überdachte Balkenbrücke über die Svratka (1718, Länge 32 m, Breite 2,6 m) ist die einzig erhaltene dieser Art in Mähren. Geschützt als technisches Denkmal.

 

Nedvědice: Der Ortsname und die Geschicke des urspr. Bergbaudorfes waren mit der nahen Burg Pernštejn (Bärenstein) verbunden. Während der Ersten Republik gesuchter Luftkurort, woran zahlreiche Sommervillen erinnern. Barocke Kirche der Hl. Kunigunde (Kunhuta), erbaut 1720 anstelle einer Vorgängerkirche. Im Ortsteil Pernštejn eine überdachte Holzbrücke über den Bach Nedvědička, technisches Denkmal.

 

Pernštejn: Die größte mährische Burg, erbaut aus dem örtlichen Marmor, gehört zu den am besten erhaltenen spätgotischen Bauten in Tschechien. Erste Erwähnung 1285 als Besitz der Herren von Pernstein. Der letzte größere Umbau zwischen den 1470er Jahren und der Mitte des 16. Jh. In ihrer Geschichte wurde die Burg nie erstürmt. Nach 1596 wechselten sich ihre Besitzer, die letzten waren die Mittrowsky von Mitrowitz und Nemischl. Heute im Staatsbesitz. Nördlich von der Burg am Zugangsweg eine mächtige Eibe, deren Alter auf 400 Jahre geschätzt wird. Einer Sage nach sollte sie allerdings 1000 Jahre alt sein und mit dem Schicksal der Burg eng verbunden.