4; Bernsteinroute; Radroute Brno - Wien (Brno - Hevlín)

Routenführung:

Brno, Stadion des FC Sparta - Modřice, Olympia - Židlochovice - Pasohlávky - Hevlín, Grenzübergang (- Wien)

Charakteristik:

Die Radroute Brno - Wien verbindet zwei mitteleuropäische Metropolen miteinander. Sie verläuft überwiegend durch Südmähren und das niederösterreichische Weinviertel. Die beiden benachbarten Regionen sind bekannt für ihren Wein, ihre Weinberge und ihre Winzerkultur. Dank der zahlreichen attraktiven Ziele und der lieblichen Hügellandschaft bieten sie sich geradezu für Radwanderungen an. Die Route verläuft von Brno über Modřice, Židlochovice, Pasohlávky und Nový Přerov zum Grenzübergang Hevlín/Laa an der Thaya und weiter über Mistelbach nach Wien und führt Sie in die malerischsten Winkel Südmährens und des Weinviertels. Die Route folgt überwiegend kleinen Landsträßchen, asphaltierten Fahrwegen oder neu errichteten Radwegen, an der Landesgrenze zu Österreich nutzt sie einen einstigen Kolonnenweg des Grenzschutzes. Beliebt unter Radlern und Inline-Skatern ist vor allem der Abschnitt zwischen Brno und dem Einkaufszentrum Olympia. Durch die geringen Steigungen und die Nutzung relativ sicherer Wege eignet sich die Route für Radwanderungen mit der ganzen Familie, unter Fahrern mit höheren Kilometerleistungen ist sie auch als direkte Verbindung zwischen Brno und den Pollauer Bergen, der Kulturlandschaft Lednice-Valtice und der Talsperre Nové Mlýny oder auch zwischen Brno und Wien beliebt. Ein Nachteil der Route ist der Mangel an Bäumen entlang ihres Verlaufs, so daß wir sie an heißen Sommertagen nicht empfehlen. Auf dem mährischen Teilstück wurden 15 originelle Rastplätze angelegt, wo immer auch eine Karte der Route zu finden ist. Der Radweg wird durch den Verband Radroute Brno - Wien unterhalten, in dem die Gemeinden und Vereine entlang des Routenverlaufs organisiert sind.

Routenparameter:

Schwierigkeitsgrad : Turista
Routenlänge: 66,2 (130) km
Routenmarkierung: Schild mit Nummer
Geeigneter Fahrradtyp:
Maximale / minimale Seehöhe: 219 m ü.M. / 171 m ü.M.
Gesamtsteigung: 589 m
Gesamtsteigung in Metern: 333 m

Sehenswürdigkeiten entlang der Route:

Zusammenfluß von Svratka und Svitava:nördlichster Punkt der Route, weiter führen von hier aus in Richtung Norden entlang der Svratka die Radroute Nr. 1 "Prager Route" Brno - Prag und entlang der Svitava die Route Nr. 5 "Bernsteinroute" in Richtung Olomouc und Krakau; der Zusammenfluß der beiden durch Brno fließenden Flüsse bildet zusammen mit den vorbeiführenden Radwegen und den nahegelegenen Einkaufszentren ein wichtiges Freizeitgebiet für die Einwohner der Stadt.

 

Modřice, Olympia:im Ort Barockkirche St. Gotthard von 1723-26, ursprünglich romanisch. Barockes Pfarrhaus in der Masarykova ulice aus der Zeit um 1726. Auf dem Dorfplatz neubarocke Kapelle St. Wenzel mit Elementen des Kubismus. Straßenbahnverbindung nach Brno. Einkaufs- und Freizeitzentrum, eröffnet 1999.

 

Rebešovice:Glockentürmchen von 1830 auf dem Dorfplatz, Schlößchen mit Dorotheenkapelle.

 

Rajhradice: Kornspeicher von 1809, Kapelle aus den Jahren 1896-97 und Glockentürmchen in Loučka von 1848.

 

Rajhrad:der Legende nach besuchten den Ort die Slawenapostel Kyrill und Methodius, 1048 wurde an der Stelle einer großmährischen Burgstätte die Propstei der Benediktiner von Břevnov gegründet. Nach einem Projekt von J. Santini entstand in den Jahren 1722-39 die Barockkirche St. Peter und Paul, die eine ältere dreischiffige Basilika ersetzte. Der Konvent und die Prälatur des Klosters stammen erst aus dem 19. Jahrhundert. Ein Teil der Klosterbauten beherbergt die Dauerausstellung des Schrifttums in Mähren. Im Park beim Kloster steht eine Barockfigur des hl. Johannes von Nepomuk aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Im Ort Barockkirche zur Erhöhung des hl. Kreuzes aus den Jahren 1682-83 und spätbarocke Floriansfigur aus dem 18. Jahrhundert. Ein technisches Denkmal ist die Brücke über einen Arm der Svratka aus den Jahren 1760-61.

 

Opatovice: Kirche St. Karl Borromäus.

 

Blučina: Rathaus im Stil der Spätrenaissance aus dem Jahr 1602, Kirche Mariä Himmelfahrt mit spätromanischem Baukern aus dem 13. Jahrhundert. Barocke Pestsäule aus der Zeit um 1720. An der Straße nach Moutnice barocker Bildstock aus dem 18. Jahrhundert.

 

Výhon: der unter Naturschutz stehende Hügel mit seinen Obstgärten und einem 18 m hohen, frei zugänglichen Aussichtsturm bietet einen herrlichen Blick über die Thaya-Schwarza-Senke. Im Bereich des Hügels wurden Siedlungsspuren alter Kulturen gefunden. Per Rad von der Straßenkreuzung an der Autobahn aus erreichbar.

 

Židlochovice: Renaissanceschloß von 1592, Umbau zu einem repräsentativen Barockbau in den Jahren 1722-28, Umgestaltungen im Stil des Empire in den Jahren 1844-45. Seit 1918 im Besitz des tschechoslowakischen Staats, ab 1924 Sommersitz des Präsidenten T. G. Masaryk. Heute dienen die repräsentativen Räumlichkeiten wichtigen internationalen Begegnungen. Der Landschaftspark um das Schloß ist frei zugänglich.
Rathaus aus dem Jahr 1559, ursprünglich Renaissancebau, später im Empirestil umgebaut. das Haus gegenüber wurde 1911 im Geiste des Jugendstils umgebaut, am Náměstí Míru Jugendstilbau der Volkshauses von 1912 und Haus Nr. 28 aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Stil der Neorenaissance. Pfarrkirche zur Erhöhung des hl. Kreuzesim Stil des Hochbarock aus den Jahren 1717-30.

 

Žabčice:Kornspeicher von 1713 auf dem Hofplatz des Gutes. Unweit des Dorfes stand auf der Anhöhe Kulatý kopec im Mittelalter die Feste Koválov, umgeben von einem gleichnamigen Dorf mit kleiner Kirche (nach einer Quelle aus dem Jahr 1307).

 

Přísnotice:an der Straße nach Vranovice Kreuz aus dem 17. Jahrhundert zur Erinnerung an den Tatareneinfall in Mähren 1663.

 

Vranovice: 1515 entstand eine Brücke über die Svratka zwischen Vranovice und Pouzdřany. 1839 wurde die Eisenbahnstrecke Wien - Břeclav - Brno erbaut. Bei der Fahrt des ersten Zuges am 7.7.1839 kam es hier zum ersten Eisenbahnunglück Mitteleuropas.

 

Waldgebiet Plačkův les und Flüßchen Šatava: Naturreservat, Auwald, Winterquartier des Seeadlers.

 

Ivaň: klassizistische Kirche St. Bartholomäus von 1791 und spätbarockes Pfarrhaus aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

 

Pasohlávky: frühbarocke Kirche St. Anna aus dem 17. Jahrhundert. Im Ort Thermalbad. Bade- und Freizeitmöglichkeiten am oberen See der Talsperre Nové Mlýny im Bereich der Großen und der Kleinen Lagune, die Einwohnerzahl des Ortes erhöht sich in der Ferienzeit deutlich. Angeln, Wassersport, Campingplätze und Pensionen. Auf dem Stausee besteht von Mai bis Oktober ein Bootsverkehr. Der Radrundweg um den Campingplatz Merkur verläuft an den Ufern der Stauseen.

 

Talsperre Nové Mlýny: drei Stauseen an der Thaya (insgesamt 32 km²), Wasser zu Bewässerungszwecken, Wasserkraftwerk (unterer See), Möglichkeit der Regulierung des Wasserstands (bewährte sich beim Hochwasser 1997) und ein breites Angebot für Erholung und Angelsport. Durch den Bau wurde das Ökosystem der Auwälder am Zusammenfluß von Jihlava, Svratka und Thaya vernichtet, von denen nur Reste in Naturreservatenerhalten sind. Der mittlere, "Věstonicer" Stausee steht als Brutort von Wasservögeln ebenfalls unter Naturschutz. Inmitten des Sees steht auf einer kleinen Insel die Kirche St. Leonhardals letztes erhaltenes Gebäude des im Stausee untergegangenen Ortes Mušov.

 

Hradisko:Anhöhe nördlich des oberen Stausees der Talsperre Nové Mlýny. Überreste einer römischen Wachstation aus den Jahren 166 bis 181, die die Nordgrenze des römischen Imperiums vor den germanischen Stämmen schützte. Entdeckt wurden das Gebäude des Kommandanten, eine Badestube mit Wasserzuleitung, Ziegel mit römischen Inschriften, Münzen, Keramik, Fibeln und Rüstungsteile. Die Fundstätte ist in Tschechien einzigartig.

 

Brod nad Dyjí:Kirche St. Johannes von Nepomuk von 1770 im Übergangsstil vom Barock zum Klassizismus. Markantes Doppelhaus Nr. 83 im klassizistischen Stil.

 

Drnholec: Renaissanceschloß aus dem Jahr 1583, im 18. Jahrhundert im Stil des Barock und Klassizismus umgestaltet. Spätbarocke Dreifaltigkeitskirche aus den Jahren 1750-57, Pfarrhaus im Stil der Spätrenaissance, ehemaliges Rathaus mit der Jahreszahl 1591 im Renaissancestil, Bürgerhäuser im Empirestil und barocke Mariensäule von 1718. Die Umgebung von Drnholec zeichnet sich durch eine sehr geringe jährliche Niederschlagsmenge aus, deutlich machen sich hierbei die geringe Meereshöhe und der Regenschatten der Böhmisch-Mährischen Höhe bemerkbar.

 

Novosedly:frühgotische Kirche St. Ulrich aus dem 13. Jahrhundert. Auf dem Dorfplatz Mariensäule aus dem 18. Jahrhundert.

 

Salzstandort Novosedly:Naturreservat, Biotop mit seltenen Arten salzliebender Pflanzen und Insekten.

 

Nový Přerov: ursprüngliche Kapelle 1690 zur Barockkirche erweitert. Im Ort Biobauernhof Jáňův dvůr.

 

Anhöhe Přerovský vrch: Federgrassteppe.

 

Trávní Dvůr:nationales Naturreservat, Reste von Auwäldern an einem Altarm der Thaya. Kleine Erlenhaine, Wiesen, Schilfgebiete, kleine dauerhafte Wasserflächen. Wichtiges Vogelbrutgebiet.

 

Hevlín: spätbarocke Kirche Mariä Himmelfahrt aus dem 18. Jahrhundert mit üppigem Interieur. In Stein gehauener gotischer Bildstock bei der Kirche und Figuren der Heiligen Philipp, Johannes von Nepomuk und Rochus aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

 

Über den einstigen Grenzübergang nach Laa an der Thaya führt die Radroute weiter in Richtung Wien.