41 (Nový Přerov - Břeclav)

Routenführung:

Nový Přerov – Mikulov – Břeclav

Charakteristik:

Die Radroute verläuft, teilweise gemeinsam mit dem Greenway Prag - Wien, überwiegend durch die flache Landschaft entlang der mährisch-österreichischen Grenze. Sie durchschneidet damit das südliche Vorland der Pollauer Berge und führt durch das Kerngebiet des Biosphärenreservats Untere March. Die zweite Hälfte der Route führt zu den wertvollsten Denkmälern der Kulturlandschaft Lednice-Valtice. Auf dem Abschnitt Nový Přerov - Mikulov - Nový rybník folgt die Route einem früheren Kolonnenweg des Grenzschutzes, auf dem Abschnitt Sedlec - Hraniční zámeček verläuft sie auf einem Feldweg, zwischen Lednice und Břeclav nutzt sie eine asphaltierte Forststraße, ansonsten verläuft sie auch auf kleineren Landstraßen. Die hohe Attraktivität von Lednice und seiner Umgebung als Ausflugsziel führt vor allem in den Sommermonaten zu hohen Besucherzahlen, so daß Radwanderer erhöhte Rücksicht auf Autos und auch auf Fußgänger nehmen müssen, die die Wege frequentieren.

Routenparameter:

Schwierigkeitsgrad : Turista
Routenlänge: 37,3 km
Routenmarkierung: Schild mit Nummer
Geeigneter Fahrradtyp:
Maximale / minimale Seehöhe: 206 m ü.M. / 156 m ü.M.
Gesamtsteigung: 348 m
Gesamtsteigung in Metern: 147 m

Sehenswürdigkeiten entlang der Route:

Nový Přerov:ursprüngliche Kapelle 1690 zur Barockkirche erweitert. Im Ort Biobauernhof Jáňův dvůr.

 

Dobré Pole: Ort ursprünglich von mährischen Kroaten bewohnt. Kirche St. Cäcilia in ihrem Kern aus der Übergangszeit von der Gotik zur Renaissance.

 

Salzstandort Dobré Pole: Naturreservat, Überrest eines Salzbiotops.

 

Březí: im Ort lebte u. a. im 18. und 19. Jahrhundert eine kroatische Minderheit. Kirche St. Johannes der Täufer aus den Jahren 1691-96.

 

Mikulov: Stadt mit denkmalgeschütztem Zentrum an der Hauptroute von Brno nach Wien. Ungewöhnliche Konzentration bemerkenswerter Baudenkmäler. Einst im Besitz der Liechtensteiner (1249-1560), später der Dietrichsteiner (1575-1945). Die Stadt war tolerant gegenüber Minderheiten, wovon die Anwesenheit der verfolgten Sekte der Wiedertäufer im 16. Jahrhundert sowie die Größe der jüdischen Gemeinde zeugt, die von der Mitte des 16. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts das Verwaltungszentrum der mährischen Juden und Sitz des Landesrabbiners war. Zu einem Hauptort Mährens wurde Mikulov unter Kardinal Franz von Dietrichstein. Die Stadt stagnierte, als sie ohne Anschluß an die Eisenbahn Wien - Brno blieb, und erneut nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Vertreibung der deutschen Einwohner und die Lage direkt am Eisernen Vorhang. Die Situation änderte sich nach 1989, als der Grenzübergang stärker frequentiert und die Straße nach Brno rekonstruiert wurde. Bis heute haben sich relativ zusammenhängende Abschnitte der Stadtbefestigung erhalten, die ab der Mitte des 14. Jahrhunderts entstanden war. Das Schloß entstand zu Beginn des 13. Jahrhunderts als Burg, größter Umbau Anfang des 17. Jahrhunderts unter Kardinal Dietrichstein. Die heutige spätbarocke Gestalt erhielt es nach dem Brand von 1719. Im Schloß befindet sich ein Museum, zu dessen Ausstellungsteilen auch der Schloßkeller mit seinem Riesenfaß gehört. Propsteikirche St. Wenzel, bereits 1173 erwähnt. Gotischer Stadtturm nahe der Kirche St. Wenzel. Piaristenkloster mit Kirche St. Johannes der Täufer - ursprünglich frühbarocke Kirche aus den Jahren 1666-89. Haus der Schriftsteller mit Barockfassade. Synagoge, erbaut wohl um 1450. Stadtplatz: Dreifaltigkeitssäule von 1724. Brunnen von 1680. Rathaus, ursprünglich Brauerei, um 1660 zum Rathaus umgebaut. Haus Nr. 3, Renaissancebau mit Netzgewölbe im Durchgang. Haus Nr. 27 "U rytířů", außerordentlich wertvoller Renaissancebau aus den sechziger Jahren des 16. Jahrhunderts. Haus Nr. 32 - bedeutendster weltlicher Barockbau, spätklassizistische Dietrichsteiner-Gruft im unteren Teil des Stadtplatzes. Der Turm auf dem Felsmassiv Kozí vrch aus dem 15. Jahrhundert diente als Artillerie- und Pulverturm. Der jüdische Friedhof mit seinen 2500 Grabmälern geht auf die Mitte des 15. Jahrhunderts zurück. Kirche auf dem Kalkgipfel Svatý kopeček, weithin sichtbarer Bau im italienischen Stil. Die heutige frühbarocke Gestalt stammt aus den 70er Jahren des 17. Jahrhunderts.

 

Landschaftsschutzgebiet Pálava: umfaßt den Kamm der Pollauer Berge, das Waldgebiet Milovický les und die Senke südlich davon bis zur österreichischen Grenze. Geschützt werden die wertvollsten Biotope artenreicher Fels-, Rasen- und Waldsteppen, wärmeliebender Eichengehölze und Schuttwälder, die sich auf den Kalkfelsen der Pollauer Berge entwickelt haben. Den Waldkomplex des Milovický les bilden wärmeliebende Eichengehölze und pannonische Eichen-Hainbuchen-Wälder mit zwei Wildgehegen. In der Thayaniederung zwischen Nové Mlýny und Bulhary wechseln sich Auwälder mit anderen Sumpf- oder Wasserbiotopen ab.

 

Teich Nový rybník:Naturreservat, wichtiges Brutgebiet für Wasservögel.

 

Sedlec: ursprünglich gotische Kirche St. Veit. Großer barocker Kornspeicher aus dem Ende des 17. Jahrhunderts.

 

Nesyt: größter Fischteich in Mähren ( 302 ha), bei Sedlec Salzstandort.

 

Kulturlandschaft Lednice-Valtice: dieses von Menschenhand geschaffene Landschaftsensemble mit einer Fläche von 283,09 km² wurde 1996 in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen. Die Landschaft an der Grenze zwischen Mähren und Niederösterreich wurde im Verlauf des 18. und 19. Jahrhunderts durch das Fürstengeschlecht der Liechtensteiner in der Art eines Naturparks geformt. Neben den Orten Valtice, Lednice (miteinander verbunden durch die Bezruč-Allee aus dem Jahr 1715) und Hlohovec sind wichtige landschaftsgestalterische Elemente der künstlich angepflanzte Wald Boří les und die Teiche von Lednice. Die Kulturlandschaft umfaßt auch einen Teil des Auwalds an der Thaya südlich von Břeclav. In dieser Landschaft sind außer den Hauptschlössern in Lednice und in Valtice zahlreiche kleinere Lustbauten verstreut.

 

Hraniční zámeček: das "Grenzschlößchen" ist ein Empirebau aus den Jahren 1816-19. Durch die Mitte des Gebäudes führte einst die Grenze zwischen Mähren und Österreich. Wird heute als Hotel genutzt.

 

Hlohovec: lag bis 1919 in Österreich. Wohl wie mehrere andere Dörfer in der Umgebung 1583 von Kroaten gegründet, die vor den Türken aus ihrer Heimat geflohen waren. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts erhielt sich eine sprachliche Minderheit, die sich dann jedoch mit der übrigen Bevölkerung vermengte. Spätklassizistische Kirche St. Bartholomäus aus dem Jahr 1832.

 

Teiche von Lednice:nationales Naturreservat von außerordentlichem Wert. Wichtiges Brutgebiet für Wasservögel und Rastplatz für durchziehende Zugvögel. Zum Schutzgebiet gehören auch die Teiche im Schloßpark von Lednice, auf deren Inseln u. a. Grau- und Nachtreiher nisten. Im Mlýnský rybník kann gebadet werden (beim Campingplatz Apollo).

 

Rybnický zámeček: das "Teichschlößchen" aus den Jahren 1816-17 im schlichten Empirestil wird von der Akademie der Wissenschaften genutzt.

 

U Tří Grácií: die Figurengruppe der drei Göttinnen Athene, Aphrodite und Artemis, von Leopold Fischer aus einem einzigen Steinblock gemeißelt, stand ursprünglich im Schloßpark von Lednice, bevor sie 1825 auf eine Anhöhe über dem Mittleren Teich versetzt und mit einer von Johann Karl Engel entworfenen halbrunden Kolonnade umgeben wurde. Diese ist aus 12 ionischen Säulen gebildet, während ihre Rückwand ebenso viele Nischen aufweist, in denen allegorische Figuren der klassischen Künste und Wissenschaften stehen. Dieser Tempel aus dem Jahr 1818 bildete das Pendant zum "Teichschlößchen" am gegenüberliegenden Teichufer.

 

Lednice: vom 13. Jahrhundert nahezu ohne Unterbrechung bis 1945 im Besitz der Liechtensteiner. An der Stelle einer früheren gotischen Feste wurde in den Jahren 1544-85 ein Renaissanceschloß errichtet Die heutige neugotische Gestalt stammt aus den Jahren 1846-58. Der Ostflügel mit seinem zeitgenössischen Mobiliar ist für Besucher geöffnet, es kann unter zwei Rundgängen gewählt werden.
Das Palmenhaus (auf der Ostseite des Schlosses) wurde 1843-45 errichtet und war seinerzeit eine technische Meisterleistung. Noch heute fasziniert es durch seine imposanten Abmessungen (92 x 13 x 7,5 m).

 

Schloßpark Lednice: Fläche rund 210 ha, erstmals Mitte des 16. Jahrhunderts erwähnt. Die letzten Umgestaltungen erfolgten im 19. Jahrhundert im Geiste der Romantik. Der obere Teil ist im französischen Stil gehalten, der untere Teil dagegen als Landschaftspark gestaltet, wo ein Teil der Thaya in ein System von Kanälen und Teichen geleitet wird, in denen Inseln angelegt wurden, die durch Brücken miteinander verbunden sind. Sichtachsen zwischen den einzelnen romantischen Bauten im Park (Minarett, Ruine eines römischen Aquädukts u. a.). Bei den letzten Umgestaltungen des Parks südlich des Schlosses in den Jahren 1884-87 wurde ein Teil des Ortes abgerissen, ein neuer neugotischer Platz angelegt und der Park bis zum späteren Bahnhof ausgeweitet. Der Park zählt mehr als 110 Nadelbaum- und über 460 Laubbaumarten. In Richtung Břeclav geht der Park frei in die Auwaldlandschaft über. Auf einem Arm der Thaya verkehrt eine Bootslinie. Radfahren ist im Park verboten.

 

Minarett: nach einem Projekt von J. L. Hardtmuth 1797-1802 im maurischen Stil erbaut. Mit über 60 m höchstes Bauwerk seiner Art in einem nichtislamischen Land. Zur obersten Galerie mit einem herrlichen Rundblick führen 302 Stufen.

 

Lovecký zámeček: Klassizistisches Lustschlößchen aus dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts.

 

Janův hrad: die romantische Nachbildung einer teilweise verfallenen mittelalterlichen Burg ist ein Werk des Baumeisters J. L. Hardtmuth aus dem Jahre 1807. Die Burg diente als Jägerhaus und als Jagdschlößchen. Für Besucher geöffnet.

 

Biosphärenreservat Untere March:das Schutzgebiet mit einer Fläche von mehr als 300 km² umfaßt sehr unterschiedliche Ökosysteme - den Kalkrücken der Pollauer Berge, die in Mitteleuropa einzigartige Auenlandschaft an den Unterläufen der Flüsse Kyjovka, Thaya und March und die Kulturlandschaft um Lednice und Valtice. Das Biosphärenreservat besteht seit 2003 und gehört zu den Gebieten unter UNESCO-Schutz.

 

Břeclav: die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknoten, ihren größten Aufschwung erlebte sie nach dem Anschluß an das Eisenbahnnetz. Der Abschnitt von Wien nach Břeclav nahm als erste lokomotivbetriebene Eisenbahn Österreich-Ungarns am 6.6.1839 den Betrieb auf. Renaissanceschloß aus den Jahren 1540-70 an der Stelle einer Přemyslidenburg und einer späteren mittelalterlichen Feste. Der Park beim Schloß geht direkt in den umgebenden Auwald über. Die 1995 fertiggestellte Kirche St. Wenzel steht an der Stelle eines Vorgängerbaus aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, der am 20.11.1944 bei einem Luftangriff zerstört wurde. Synagoge von 1868. Jüdischer Friedhof mit Grabsteinen aus dem 17. bis 20. Jahrhundert.