43; Mährischer Radweg (Břeclav – Mikulčice)

Routenführung:

Břeclav – Pohansko – Lanžhot – Mikulčice

Charakteristik:

Eine sehr beliebte Erholungstour durch das attraktive natürliche Auwaldgebiet in der Umgebung der Flüsse Thaya, Kyjovka und March im Areal des Wildgeheges Soutok. In der zweiten Hälfte geht die Route durch die Region Podluží und verbindet zwei bedeutende großmährische Wallburgen Pohansko und Valy bei Mikulčice. In Břeclav führt sie auf Gemeindestraßen und auf dem Thayadamm, weiter auf Forststraßen zu Pohansko sowie nach Lanžhot und dann auf Straßen der II. und III. Klasse. Die Fahrt kann um einen interessanten Umweg zum Zusammenfluss der Thaya und March durch Auwälder auf asphaltierten und Betonplattenwegen verlängert werden. Es ist allerdings notwendig die Kräfte gut zu planen, insbesondere bei Fahrten mit Kleinkindern. Es ist ebenfalls nicht ratsam, bei höherem Wasserstand zum Zusammenfluss zu fahren, wo das Gebiet am Zusammenfluss überflutet ist.

Routenparameter:

Schwierigkeitsgrad : Turista
Routenlänge: 24.8 km
Routenmarkierung: Schild mit Nummer
Geeigneter Fahrradtyp: Krosové
Maximale / minimale Seehöhe: 197 m ü.M. / 150 m ü.M.
Gesamtsteigung: 294 m
Gesamtsteigung in Metern: 121 m

Sehenswürdigkeiten entlang der Route:

Břeclav: Stadt und Verkehrsknoten. Größter Aufschwung nach dem Bau der Eisenbahnstrecke. Der Betrieb zwischen Wien und Břeclav (Lundenburg), auf dem ersten Abschnitt in Österreich-Ungarn überhaupt, begann am 6. 6. 1839. Renaissanceschloss (1540–1570) anstelle einer Burg der Přemysliden und späteren mittelalterlichen Festung. Der Schlosspark geht in den anliegenden Auwald über. Die Wenzelskirche erbaut 1995 anstelle einer ursprünglichen Kirche aus der Mitte des 18. Jh., die am 20. 11. 1944 durch einen Luftangriff zerstört wurde. Synagoge (1868), jüdischer Friedhof mit Grabsteinen aus dem 17. bis 20. Jh.

 

Biosphärisches Reservat Dolní Morava: Das über 300 km2 große Gebiet umfasst eine einmalige Verbindung der Ökosysteme des Kalksteinkamms von Pálava (Pollauer Berge) mit der einmaligen mitteleuropäischen Niederungsaue am Unterlauf der Flüsse Kyjovka, Dyje (Thaya) und Morava (March) und mit der durchkomponierten Kulturlandschaft um Lednice und Valtice. Das Reservat besteht seit 2003 und gehört zum Naturschutznetzwerk der UNESCO.

 

Pohansko: Ausgedehnte altslawische Wallburg aus dem 9. – 11. Jh., wahrscheinlich eines der Zentren Großmährens. Bemerkenswertes Jagschlösschen im Empirestil (1810–1811), Museumsausstellung.

 

Lány: 1,5 km entferntes Jagdschlösschen; mögliche Weiterfahrt auf nicht beschilderten Wegen zum Zusammenfluss der March mit der Thaya – 12 km.

 

Wildgehege Soutok (Zusammenfluss): Unikales ausgedehntes Gebiet am Zusammenfluss von March und Thaya, nach der Ramsar-Konvention ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung, bei höherem Wasserstand teilweise überflutet. Bei dem Hochwasser 1997 wurde auf dem Gebiet Soutok die Flutwelle der March teilweise aufgenommen, was die Schäden auf dem slowakischen Gebiet beschränkte. Erhöhte Stellen (so genannte hrúdy) sind Reste von Sandbänken, auf nicht bewaldeten Standorten mit der xerophilen Vegetation. Naturschutzgebiete Cahnov, Ranšpurk und Na Soutoku. Gehege für Rot- und Dammwild. An einigen Stellen Erdölbohrungen. Der Zusammenfluss der Thaya und March ist auf einer Forststraße vom Grenzübergang Tschechien/Slowakei entlang der March am besten erreichbar. Die Zufahrt zum Zusammenfluss ist beschildert. Die letzten 0,4 km auf einem Fußpfad sind fast unfahrbar. Stellenweise viele Mücken.

 

Lanžhot: Einige erhaltene Häuser aus dem 19. Jh. Spätgotische Kirche der Erhöhung des Heiligen Kreuzes aus dem 16. Jh. Örtliches Museum wurde 1993 gegründet.

 

Kostice: Theresienkapelle und Kapelle des Hl. Kreuzes. Reges Folkloreleben im Dorf.

 

Tvrdonice: Heutige Gestaltung der Nikolauskirche aus den Jahren 1880–1884. Häuser mit Elementen der ursprünglichen Volksbaukunst. In der Umgebung Erdölförderung. Zentrum der ethnografischen Region Podluží.

 

Týnec: Johannes-Täufer-Kirche (1760). In der Umgebung Erdölförderung.

 

Moravská Nová Ves: Südöstlich vom Dorf befinden sich Seen nach dem Kiessandabbau.

 

Mikulčice: 1979 wurde die Braunkohlengrube „Mír“ eröffnet, die als einzige bis heute im südmährischen Lignit-Becken arbeitet und das Heizkraftwerk in Hodonín beliefert. Urspr. gotische Kirche der Himmelfahrt Mariä aus der 2. Hälfte des 14. Jh. wurde im 18. Jh. barockisiert.

 

Valy: Nationales Kulturdenkmal. Eines der wichtigsten Siedlungsensembles im Großmährischen Reich mit belegter slawischer Besiedlung seit dem 6. Jh. Die bedeutendsten Funde stammen aus dem 9. Jh., u. a. ein Fürstenpalast, 12 kirchliche Bauten (Dreischiffbasilika, Kirchen), Magnatenhöfe, Behausungen der einfachen Bevölkerung, hohe Lehmschanzen). Entdeckt wurden auch einige hunderte Gräber, insgesamt von der regierenden Schicht und Magnaten, darin reiche Funde diverser Gegenstände samt feiner Silber- und Goldschmiedekunst. Anfang des 10. Jh. wurde ein Niederfall verzeichnet, da hier damals nur noch die Bauernbevölkerung siedelte. Das gesamte Areal umfasst eine Fläche von ca. 200 ha. Die Basilika wurde umgebaut und überdacht, der Inhalt konserviert, und wird nun zu anschaulichen Auslegungen genutzt.

 

Naturpark Mikulčický luh: Umfasst Auwälder und -wiesen in der Umgebung der slawischen Wallburg Valy. Einer der größten Nistplätze vom Weißstorch, Graureiher, Eisvogel und Beutelmeise. Vorkommen des Fischotters und immer häufigere Spuren des bis vor kurzem hier unbekannten Europäischen Bibers.

 

Skařiny: Naturschutzgebiet – im Frühling teilweise überfluteter Auwald mit einem großen Nistplatz von Weißstörchen und Graureihern.