46; Fernradweg Beskiden – Karpaten (Sudoměřice – Vápenky)

Routenführung:

Sudoměřice, Grenzübergang – Strážnice – Velká nad Veličkou – Vápenky – (Vizovice – Vsetín – Český Těšín)

Charakteristik:

Anspruchvolle Fernradroute (Beskydsko-karpatská magistrála) durch ostmährische Grenzgebirge Weißkarpaten und Beskiden. In Südmähren schlängelt sie sich durch die attraktivsten Teile von Weißkarpaten, von Strážnické podhůří in das Gebirgsinnere. So führt die Route durch die urwüchsige Region Slovácké Horňácko und stellt sie in aller natürlichen und ethnographischen Vielfältigkeit vor. Das anfangs flache Gelände entlang der March verändert sich in den Karpaten in ein hügeliges mit erheblichen Ansprüchen auf die körperliche Fitness. Die Schwierigkeiten sind aber durch die wachsende Attraktivität der Landschaft und der weiten Aussichten. Die Route ist auf Straßen III. Klasse und auf befestigten Feld- und Forstwegen beschildert. Jenseits der Kreisgrenze führt sie weiter in die Kreise Zlínský und Moravskoslezský.

Routenparameter:

Schwierigkeitsgrad : Turista
Routenlänge: 42,3 (249) km
Routenmarkierung: Schild mit Nummer
Geeigneter Fahrradtyp: Horské
Maximale / minimale Seehöhe: 647 m ü.M. / 166 m ü.M.
Gesamtsteigung: 3551 m
Gesamtsteigung in Metern: 1250 m

Sehenswürdigkeiten entlang der Route:

Sudoměřice: Traditionelle Architektur – Bauernhof Nr. 125/126. Unweit vom Dorf das technische Denkmal Výklopník (1939). Es diente zum Verladen von Braunkohle (Lignit), die aus der nahen Grube „Tomáš“ in Ratíškovice mit Eisenbahn gebracht wurde, auf Schiffe, die auf dem Baťa-Kanal weiter nach Otrokovice fuhren.

 

Landschaftsschutzgebiet und Biosphärisches Reservat Bílé Karpaty: Sie umfassen die nordwestlich orientierte, mährische Seite von Weißkarpaten, die seit Jahrhunderten von Menschenhand kultiviert wurde. Trotzdem haben sich hier außerordentlich wertvolle Merkmale einer harmonischen Naturlandschaft erhalten. Die wichtigsten lokalen Standorte sind mehrere tausend Hektare einmaliger Blütenwiesen mit verstreuten Holzgewächsen, die den heute den charakteristischen Landschaftstyp von Weißkarpaten darstellt. Unter dem naturwissenschaftlichen Aspekt gehören sie zu den wertvollsten Wiesenbiotopen Europas und dienen als Studienfläche von weltweiter Bedeutung. Ein weiteres nicht weniger wertvolles Element sind weitläufige Waldkomplexe im zentralen und nördlichen Teil des Gebirges mit zahlreichen typischen karpatischen Pflanzen- und Tierarten. Das gesamte Gebiet wird als ein Biosphärisches Reservat der UNESCO geschützt.

 

Petrov: Ein berühmtes Winzerdorf. Aus der Zeit der ersten Přemysliden stammt die Wasserburg am südlichen Ortsrand, die durch den Bau des Schifffahrtskanals beeinträchtigt wurde. Die berühmten Weinkeller Plže im Abhang gegenüber dem Bahnhof mit 24 Weinkellern aus dem 18. und 19. Jh. bilden ein dörfliches Denkmalschutzgebiet, das 1983 errichtet wurde. Kirche aus dem Jahre 2000.

 

Naturpark Strážnické Pomoraví: 31 km2 des Naturschutzgebietes zeigen eine harmonische Landschaft in der unmittelbaren Umgebung eines natürlichen Wasserlaufs mit Altwasserresten, Feuchtwiesen und Fragmenten des alljährlich überfluteten Auwaldes. Die Reste der natürlichen Auwaldlandschaft sind mit alten Obstgärten umgeben.

 

Strážnice: Die Stadt hatte eine Stadtmauer, verstärkt unter Přemysl Ottokar II., von welcher sich drei Toren erhalten haben: Veselská, Skalická und V Šancích. Im Dreißigjährigen Krieg unter dem Adelsgeschlecht von Zierotin entstand hier ein Haus der Brüdergemeinde sowie eine Schule, die u. a. von J. A. Comenius besucht wurde (Gedenktafel). Denkmalschutzgebiet. Das Schloss wurde seit dem 15. Jh. mehrmals umgebaut. Die Martinikirche mit dem städtischen Glockenturm wurde in der 1. Hälfte des 18. Jh. barockisiert. Ehem. piaristische Marienkirche aus dem 18. Jh. im Gebäudeensemble des ehem. Piaristenklosters, wo T. G. Masaryk später am Gymnasium studierte (Gedenktafel). Jüdischer Friedhof in der Nähe des Schlossparks. Keramikherstellung in der Werkstatt der Familie Landsfelds , Blaudruck von F. Joch. Der Weinbau ist insbesondere durch edle Weißweinsorten von der Weinbauflur Žerotín bekannt. Weltberühmt ist Strážnice durch ein Volkskunstfestival, das seit 1946 alljährlich im Schlosspark veranstaltet wird, in den letzten Jahren mit internationalen Teilnehmern. Institut für Volkskultur und Museum mit Ausstellungen der mährisch-slowakischen Keramik und Volksinstrumenten sowie der Strážnicer Festivals (im Schloss). Freilichtmuseum mit Dorfbauten aus Südostmähren.

 

Lučina: Feriensiedlung, Wasserbecken mit Freibad. Zahlreiche kommerzielle und private Ferienhäuser.

 

Travičná: Hügel mit Aussichtsturm, Aussicht auf den Weißkarpatenkamm und in das Untere Marchbecken. Zufahrt mit dem Fahrrad auf einem Feldweg von der Straße nach Tvarožná Lhota (rote Wandermarkierung).

 

Tvarožná Lhota: Das kleine Museum am Dorfplatz von Tvarožná Lhota zeigt im Rahmen der Ausstellung von einer seltenen Baumart – Speierling – auch eine Fotoschau „Der schönste Speierling“.

 

Kněždub: Geburtsort mehrerer Künstler (Maler Antoš Frolka, Brüder Úprka – Maler und Grafiker Joža und Bildhauer Franta), deren Werke aus dem Milieu derer Heimat die mährisch-slowakische Volkskunst berühmt machten. Alle sind sie auf dem örtlichen Friedhof begraben der deshalb als „Mährisch-slowakisches Pantheon“ bezeichnet wird. In der Johannes-Täufer-Kirche (1898) Bilder von Joža Úprka aus der Zeit um 1900. An der Kirche ein (um 1850). Mehrere Beispiele der traditionellen Architektur.

 

Výzkum: Gipfel mit Aussicht in die südliche Richtung zum Hauptkamm der Weißkarpaten und auf Vojšické louky (Čertoryje). Name nach einer eingegangenen Ortschaft.

 

Čertoryje: Nationales Naturschutzgebiet – ausgedehnter Komplex weißkarpatischer Wiesen mit verstreuten Bäumen. Der grün markierte Wanderweg vom Informationspunkt Traviska ist bei trockenem Wetter auch für Fahrrad passierbar.

 

Hrubá Vrbka: Im 16. Jh. Zentrum der Böhmischen Brüdergemeinde. Erhaltene traditionellen Architektur und Volkstracht der Region Horňácko, berühmte Volksmusik (Zimbalkapellen, Volkssänger). Geburtsort des orthodoxen Bischofs Gorazd (eigtl. Matěj Pavlík), der von den Nazis wegen Verbergung der Attentäter des Reichsprotektors Heydrich in der orthodoxen Kirche in Prag hingerichtet wurde.

 

Velká nad Veličkou: Im 16. Jh. Zentrum der Böhmischen Brüdergemeinde und später Protestanten. Seit dem 19. Jh. das Volkskunstzentrum der Region Horňácko, mit einer ununterbrochenen Tradition vom Volkslied und -tanz sowie Zimbalmusik. Auf Strážní hůrka wurde 1929 ein Malerpavillon errichtet, wo Ausstellungen stattfanden. 7 Häuser sind Denkmäler der traditionellen Architektur. Hochgotische Kirche der Hl. Maria Magdalena (Mitte 14. Jh.).

 

Javorník: Während der Gegenreformation Hochburg der Böhmischen Brüdergemeinde. Zahlreiche erhaltene volkstümliche Bauten und die Mühle Podhájský mlýn. Bei festlichen Anlässen werden noch Volkstrachten getragen. Evangelische Kirche aus der 2. Hälfte des 18. Jh. und altes Pfarrhaus (ehem. Bethaus der Brüdergemeinde) aus dem 17. Jh.

 

Jazevčí: Nationales Naturschutzgebiet – typische karpatische Wiesen und Hutweiden auf Abhängen östlich von der Straße.

 

Vápenky: Feriensiedlung mit Freibad

 

Die Route führt weiter in die Kreise Zlínský und Moravskoslezský, Richtung Vizovice, Vsetín, Český Těšín.