47; Mährischer Radweg (Veselí nad Moravou – Hodonín)

Routenführung:

(Olomouc) - Veselí nad Moravou – Hodonín

Charakteristik:

Der südliche Teil der Hauptradroute entlang der March, die das mittlere Mähren mit dem südlichen verbindet. Im südmährischen Abschnitt führt sie durch die wertvollsten Naturpartien der Regionen Slovácko und Strážnické Pomoraví, meistens in der Flussaue auf befestigten Feldwegen, stellenweise von einer schlechteren Qualität. Durch Städte und Dörfer in der Regel auf Gemeindestraßen. Schrittweise werden auf vielen Abschnitten gute Radwege gebaut, die häufig den bekannten Baťa-Kanal begleiten. Ein ca. 1 km langer Abschnitt auf der Straße der I. Klasse bei Rohatec erfordert eine größere Aufmerksamkeit.

Routenparameter:

Schwierigkeitsgrad : Turista
Routenlänge: 31,3 (153) km
Routenmarkierung: Schild mit Nummer
Geeigneter Fahrradtyp: Krosové
Maximale / minimale Seehöhe: 200 m ü.M. / 164 m ü.M.
Gesamtsteigung: 558 m
Gesamtsteigung in Metern: 335 m

Sehenswürdigkeiten entlang der Route:

Die Route kommt aus den Kreisen Olomoucký und Zlínský aus Jeseník durch Olomouc, Kroměříž, Otrokovice und Uherské Hradiště.

 

Veselí nad Moravou: Die Innenstadt auf einer Flussinsel ist ein städtisches Denkmalschutzgebiet. Renaissanceschloss (16. Jh.) anstelle einer älteren Burg. Unweit vom Bahnhof die Barockkirche der Hl. Schutzengel (1714–1734) mit auffälligem hohem Dach und kleinen Türmen; an der Kirche Gebäude des ehem. Servitenklosters. Urspr. spätgotische Kirche des Hl. Bartholomäus (1. Hälfte 13. Jh.). Synagoge, Wasserkraftwerk und ehem. Gutshof (Nr. 664).

 

Vnorovy: In der 1. Hälfte des 19. Jh. fiel unweit vom Dorf ein Meteorit von über 3,5 kg Gewicht, das im Wiener Naturhistorischen Museum aufbewahrt wird. Geburtsort des hussitischen Priesters Martin Húska (verbrannt 1421 in Roudnice nad Labem) und der Widerstandskämpferin Maruška Kudeříková, die sich im Zweiten Weltkrieg an der Schleusung von Tschechen in die Slowakei beteiligte, wofür sie von den Nazis hingerichtet wurde. Neubarockkirche der Hl. Elisabeth (Anfang des 20. Jh.).

 

Strážnice: Die Stadt hatte eine Stadtmauer, verstärkt unter Přemysl Ottokar II., von welcher sich drei Toren erhalten haben: Veselská, Skalická und V Šancích. Im Dreißigjährigen Krieg unter dem Adelsgeschlecht von Zierotin entstanden hier ein Haus der Brüdergemeinde sowie eine Schule, die u. a. von J. A. Comenius besucht wurde (Gedenktafel). Denkmalschutzgebiet. Das Schloss wurde seit dem 15. Jh. mehrmals umgebaut. Die Martinikirche mit dem städtischen Glockenturm wurde in der 1. Hälfte des 18. Jh. barockisiert. Ehem. piaristische Marienkirche aus dem 18. Jh. im Gebäudeensemble des ehem. Piaristenklosters, wo T. G. Masaryk später am Gymnasium studierte (Gedenktafel). Jüdischer Friedhof in der Nähe des Schlossparks. Keramikherstellung in der Werkstatt der Familie Landsfelds , Blaudruck von F. Joch. Der Weinbau ist insbesondere durch edle Weißweinsorten von der Weinbauflur Žerotín bekannt. Weltberühmt ist Strážnice durch ein Volkskunstfestival, das seit 1946 alljährlich im Schlosspark veranstaltet wird, in den letzten Jahren mit internationalen Teilnehmern. Institut für Volkskultur und Museum mit Ausstellungen der mährisch-slowakischen Keramik und Volksinstrumenten sowie der Strážnicer Festivals (im Schloss). Freilichtmuseum mit Dorfbauten aus Südostmähren.

 

Naturpark Strážnické Pomoraví: 31 km2 des Naturschutzgebietes zeigen eine harmonische Landschaft in der unmittelbaren Umgebung eines natürlichen Wasserlaufs mit Altwasserresten, Feuchtwiesen und Fragmenten des alljährlich überfluteten Auwaldes. Die Reste der natürlichen Auwaldlandschaft sind mit alten Obstgärten umgeben.

 

Rohatec: In der Umgebung Erdölbohrungen und stillgelegte Braunkohlengruben. In der Nähe der Eisenbahnüberquerung (Strecke Rohatec – Sudoměřice) über die Morávka steht eine Schütteinrichtung, mit welcher die Braunkohle auf Schiffe umgeladen wurde, die sie auf dem Baťa-Kanal nach Otrokovice brachten.

 

Baťa-Kanal: Der Schifffahrtskanal wurde vom Zlíner Unternehmer T. Baťa parallel mit dem Fluss March im Abschnitt zwischen Rohatec und Otrokovice erbaut, um vor allem die Kraftwerke in Otrokovice mit der südmährischen Braunkohle zu beliefern, später wurde er verlassen. Der Kanal ist 50 km lang, davon 26 km im Flussbett der March und der Rest im künstlichen Kanal, der auch zur Bewässerung dient. Inbetriebnahme 1938. Die Beförderung besorgte Stahlboote von 36 m Länge und 1,2 m Tauchtiefe, zuerst von Pferden, später von Traktoren gezogen. Deshalb wurde entlang des gesamten künstlichen Kanals ein Damm mit Leinpfad errichtet. 1945 wurde der Kanal von zurückziehenden deutschen Truppen beschädigt. 1947 wurde der Betrieb zwar wieder aufgenommen, aber bald als unwirtschaftlich stillgelegt. Nach 1989 sukzessive Inbetriebnahme für Ausflugs- und Sportschiffe (mit Motorantrieb). Der Kanal ist mit 13 Schiffschleusen versehen, die Durchfahrt der Schiffe ist kostenlos. Auf einigen Ausflugsschiffen ist die Fahrradbeförderung gestattet. Am Kanal gibt es Bootverleihe und Reisebüros, die Ausflugsprogramme auf eigenen oder gemieteten Schiffen anbieten.

 

Očovské louky: Naturdenkmal, feuchte und versumpfte Wiesen sowie Feuchtgebiete.

 

Hodonín: Das ursprüngliche Renaissanceschloss aus dem Jahre 1556 wurde Mitte des 18. Jh. barockisiert; Sammlungen des Masaryk-Heimatsmuseums. Die Laurentiuskirche entstand durch einen Umbau einer älteren, bereits im 13. Jh. erwähnten Kirche. Ein Pfarrhaus wurde bereits 1240 erwähnt. Altes Rathaus (Anfang 17. Jh.) am Stadtplatz Masarykovo náměstí. Ehem. jüdischer Friedhof an der Straße nach Břeclav (gegenüber der Zuckerfabrik) mit Grabsteinen aus dem 16. – 20. Jh. wurde zu einem Park umgestaltet. Das Haus der Künstler, heute die Galerie der bildenden Kunst, ist ein Werk des Architekten Antonín Blažek. Die berühmteste Person aus Hodonín ist der erste Präsident der Tschechoslowakischen Republik, Tomáš Garrigue Masaryk. Im Krankenhausareal ein Jod-Kurhaus. Im Hof von „Kuncův dům“ befindet sich seit 1994 die Minibrauerei Kunc. In der Straße Kasárenská ein Museum für Erdölförderung und Geologie.