48 (Hevlín - Vratěnín)

Routenführung:

Hevlín - Hrádek - Hnanice - Šobes - Čížov - Vranov nad Dyjí - Vratěnín (- Slavonice)

Charakteristik:

Radroute entlang der Südgrenze Mährens zu Österreich. Der Weg verläuft zunächst durch die Felder an der Thaya unterhalb von Znojmo, um dann durch das Weinbaugebiet Znojmo in die einzigartige Naturlandschaft des Nationalparks Thayatal einzudringen. Nach Vranov nad Dyjí folgt die Route wiederum der Grenze bis in den Südböhmischen Bezirk. Nach dem ersten Drittel der Route, das durch eine flache Landschaft führt, folgt das stark gegliederte Relief der Böhmisch-Mährischen Höhe, durch das sich in tiefen Canyons der Flußlauf der Thaya eingeschnitten hat. In dieser herrlichen Landschaft sind mehrere steile Abfahrten und entsprechende Anstiege zu bewältigen, bei denen die Route dreimal das Haupttal der Thaya quert, während sie dazwischen hoch über dem Tal durch eine Landschaft mit weiten Ausblicken führt. Die Route folgt überwiegend ehemaligen Kolonnenwegen und kleineren Landstraßen, im Nationalpark auch schmalen Pfaden und schlechteren Wald- und Feldwegen. Unterhalb des Felssporns Šobes überquert die Route den Fluß auf einer schmalen Brücke, um auf Wegen, wo das Rad geschoben werden muß, steil anzusteigen. Auch auf den asphaltierten Kolonnenwegen finden sich stellenweise sehr große Steigungen. Das letzte Stück der Route hinter Vranov verläuft über wenig befahrene Landsträßchen.

Routenparameter:

Schwierigkeitsgrad : Turista
Routenlänge: 93,2 (118) km
Routenmarkierung: Schild mit Nummer; Streifenmarkierung (rote Marke) in dem Nationalpark Thayatal
Geeigneter Fahrradtyp: Krosové
Maximale / minimale Seehöhe: 503 m ü.M. / 186 m ü.M.
Gesamtsteigung: 36154 m
Gesamtsteigung in Metern: 33349 m

Sehenswürdigkeiten entlang der Route:

Hevlín: spätbarocke Kirche Mariä Himmelfahrt aus dem 18. Jahrhundert mit üppigem Interieur. In Stein gehauener gotischer Bildstock bei der Kirche und Figuren der Heiligen Philipp, Johannes von Nepomuk und Rochus aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

 

Dyjákovice: spätbarocke Kirche St. Michael aus den Jahren 1757-61 mit kunstgeschichtlich sehr wertvollem Kirchhof und spätbarockem Pfarrhaus.

 

Hrádek: Ensemble außerordentlich wertvoller Baudenkmäler rund um die Barockkirche St. Peter und Paul aus den Jahren 1761-64. Bei der Kirche interessantes dreiteiliges Tor. Bei der Ulrichskapelle neben der Kirche handelt es sich um ein ehemaliges romanisches Beinhaus. Das Pfarrhaus stammt in seinem Kern aus dem Mittelalter und war einst Sitz des Malteser Ritterordens.

 

Jaroslavice: das ursprüngliche Renaissanceschloß aus dem 16. Jahrhundert auf der Anhöhe über dem Ort wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Barockstil umgebaut. Gegenwärtig ist es in einem sehr vernachlässigten Zustand. Klassizistische Kirche St. Ägidius aus dem 18. Jahrhundert. Rathaus von 1889, an der Hauptstraße Pranger aus dem Ende des 16. Jahrhunderts. Auf dem Dorfplatz Mariensäule, im Ort mehrere Barockskulpturen. 1871 entdeckten Archäologen eine Siedlung von Mammutjägern.

 

Zámecký rybník: einer der größten Teiche Mährens ( 206 ha), gespeist durch den Thayamühlbach. Länge des Damms 2160 m, Breite bis 4,8 m.

 

Slup: spätgotische Kirche Mariä Namen aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. Die bereits im 16. Jahrhundert erwähnte Wassermühle ist ein außergewöhnliches technisches Denkmal. Im Innern Ausstellung zum Müllergewerbe. Herrschaftliche Fischerei (Haus Nr. 81).

 

Oleksovičky: Glockentürmchen und Dreifaltigkeitssäule.

 

Strachotice: Barockkirche St. Georg aus dem 18. Jahrhundert. Dreifaltigkeitssäule. Teilweise erhaltene Häuser im volkstümlichen Baustil.

 

Micmanice: Mühle als älteste der Region bereits 1302 erwähnt, heute kleines Wasserkraftwerk. Kapelle von 1895. Pietà-Skulptur an der Landstraße nach Strachotice.

 

Vrbovec: die Kirche St. Johannes der Täufer aus dem 16. Jahrhundert steht offenbar auf romanischen Fundamenten; in späteren Zeiten umgestaltet.

 

Chvalovice: ursprünglich spätgotische Margarethenkirche aus dem 15. Jahrhundert, später umgebaut. Gegenüber der Kirche spätbarocke ehemalige Klosterresidenz, dient der Gemeinde heute für gesellschaftliche Anlässe. Im Ort mehrere wertvolle Barockskulpturen. Westlich des Ortes ursprünglich klösterlicher Weinkeller.

 

Hatě u Znojma: ungewöhnlicher Aussichtsturm des Einkaufs- und Freizeitzentrums "Excalibur City", gegenwärtig wegen Reparatur geschlossen.

 

Šatov: im Kern spätgotische Kirche St. Martin aus dem 15. Jahrhundert. Pfarrhaus aus dem 18. Jahrhundert. Sitz des Weinbauunternehmens Znovín Znojmo, a.s., das unter anderem den "Bemalten Keller" mit naiven Darstellungen direkt auf den Sandsteinwänden betreibt. In der Umgebung des Ortes zahlreiche Befestigungsanlagen aus der Vorkriegszeit, der Infanteriebunker "Zahrada" ist in der Sommersaison geöffnet. Erhalten sind zahlreiche Bauten der Volksarchitektur, insbesondere Weinkeller. Der Ort steht unter Denkmalschutz.

 

Hnanice: spätgotische Kirche St. Wolfgang aus den Jahren 1480-96. Beim Zollamt Denkmal für den tschechoslowakischen Offizier Otmar Chlup, einem der ersten Opfer der nationalsozialistischen Ordnungstruppen im Herbst 1938. In der Winzergemeinde haben sich wertvolle volkstümliche Bauten erhalten, vor allem Weinkeller.

 

Nationalpark Thayatal: erstreckt sich entlang der Thaya, die sich zwischen Vranov nad Dyjí und Znojmo durch ein 40 km langes, tief eingeschnittenes Tal windet. Am südöstlichen Rand des Nationalparks findet sich entlang der Verbindungsgeraden Znojmo - Hnanice ein ungewöhnlicher Streifen Heide- und Steppenland. Das Tal der Thaya ist wie ein Canyon eingeschnitten, die zahllosen Mäander des Flusses sind von Felsformationen und Geröllhalden gesäumt. Auch auf der österreichischen Seite setzt sich der Nationalpark fort. Wertvoll ist der Park durch eine einzigartige Geomorphologie und den guten Zustand, in dem sich der Thaya-Canyon erhalten hat. So ist hier ein praktisch unbewohntes Flußtal vorzufinden - das besterhaltene und unberührteste in ganz Tschechien. Das Thayatal gehört zu den artenreichsten großflächigen Gebieten des Landes. Die besonderen Naturbedingungen dieser Landschaft lassen in den tiefen Tälern kälte- und schattenliebende Arten gedeihen, an den sonnenbeschienen Hängen dagegen wärmeliebende.

 

Šobes: Felskamm hoch über einer tief eingeschnittenen Flußschleife der Thaya. Vom Weg auf dem Kamm bieten sich nach beiden Seiten herrliche Ausblicke hinunter in das Flußtal. An den Südhängen finden sich besonders hochwertige Weinlagen, die von der Firma Znovín Znojmo bewirtschaftet werden. Besichtigungen finden vom 2.4. bis zum 30.9. statt, an einem Stand im Weinberg können dabei die von hier stammenden Weine verkostet und gekauft werden.

 

Nový Hrádek: Ruine einer Burg auf der schmalsten Stelle eines Felskamms rund 80 Meter über der Thaya, die Johann Heinrich von Luxemburg als Mantelmauerburg errichten ließ, um sie zu gelegentlichen Jagdaufenthalten zu nutzen. 1420 befand sich die Anlage im Besitz des österreichischen Geschlechts der Eitzinger, dem auch die Burg Kaja am gegenüberliegenden Thayaufer gehörte. Nach vielerlei Umbauten wurde die Burg schließlich während des Dreißigjährigen Kriegs von der schwedischen Armee unter General Torstensson eingenommen und teilweise abgerissen. Nach 1800 baute ein späterer Besitzer das ältere Gebäude zum Forsthaus um und richtete im unteren Teil der Ruine ein Verkaufslager für das in seiner eigenen Manufaktur in Vranov hergestellte Steinzeug ein. Gegenwärtig ist die Burg im Mai und Juni im Rahmen von Führungen geöffnet. Seit 2002 ist sie als nationales Kulturdenkmal geschützt. Von der Burg aus bietet sich ein faszinierender Ausblick ins Tal der Thaya, die sich um die Berge Umlauf in Österreich und Ostroh in Tschechien schlängelt (es sind drei Flußabschnitte mit wechselnder Fließrichtung zu sehen).

 

Lukov: spätbarocke Kirche St. Ägidius, im 19. Jahrhundert umgebaut. Bei der Kirche Pranger aus dem Jahr 1609.

 

Horní Břečkov: Kirche St. Clemens aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, ursprünglich im Renaissancestil.

 

Čížov: Ausgangspunkt zum Grenzübergang für Fußgänger und Radfahrer nach Hardegg. Am Nordrand des Ortes Parkplatz, wo alle Kraftfahrzeuge zurückgelassen werden müssen. Am Südrand des Ortes ist ein Stück der Grenzsperranlagen mit einem Wachturm erhalten. Besucher- und Infozentrum des Nationalparks Thayatal. Im Ort spätbarocke Kapelle der Schmerzhaften Jungfrau Maria und der Vierzehn Nothelfer mit jüngeren Umbauten.

 

Lusthaus: Naturdenkmal - Standort des Märzenbechers. Mehrere erhaltene Parkbauten: neugotisches "Lusthaus", klassizistischer Pavillon "Sibyla" und Obelisk.

 

Lesná: am Ostrand des Ortes instandgesetzte Windmühle holländischen Typs, in der sich eine Weinstube befindet. Motorradmuseum. Klassizistische Kirche St. Theresia aus dem 19. Jahrhundert. Wertvolle Bauten der Volksarchitektur.

 

Talsperre Vranov: erbaut in den Jahren 1930-33, Kronenhöhe der Staumauer 59,9 m, Länge 292 m, der See ist etwa 30 km lang und bietet einen regelmäßigen Schiffsverkehr.

 

Vranov nad Dyjí: die ursprüngliche landesherrliche Burg zum Schutz der Südgrenze wurde bereits im Jahr 1100 erwähnt. Ende des 17. Jahrhunderts Umbau zum Barockschloß. Die Kirche Mariä Himmelfahrt mit Karner ist in ihrem Kern ein spätromanischer Bau aus der Mitte des 13. Jahrhunderts, umgebaut um 1717. Aus derselben Zeit stammt auch das Pfarrhaus, das an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert umgestaltet wurde. Auf einer felsigen Erhebung oberhalb der Straße nach Znojmo steht das Kreuz der Gräfin Mniszek aus dem Jahr 1846, weiter oben an der ersten Serpentine die barocke Dreifaltigkeitskapelle aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Bei der Kirche findet sich die spätromanische Rotunde St. Andreas, heute Beinhaus. Barocke Pestsäule auf dem Marktplatz, barocke Marienfigur hinter der Kirche auf dem alten Friedhof, Barockfigur des hl. Johannes von Nepomuk an der Brücke über die Thaya, barocke Wassermühle mit steinernem Wehr, spätbarockes Haus des Schloßgärtners beim Sportplatz und weitere historische Stadthäuser. In Zadní Hamry Kapelle St. Helena im Empirestil, unter der alten Schule weitläufige Kellerräume. Nordwestlich, nordöstlich und südlich des Schlosses weitläufiger Landschaftspark mit Wäldern und Gärten, entstanden seit etwa 1700.

 

Podmyče: barocke Margarethenkapelle, im 19. Jahrhundert umgebaut. Auf der Anhöhe über dem Ort spätbarocker Bildstock. Es haben sich wertvolle Bauten der Volksarchitektur erhalten.

 

Nový Petřín: Kapelle Maria Helferin aus dem 19. Jahrhundert mit klassizistischen Anklängen. Wertvolle Zeugnisse der Volksarchitektur.

 

Starý Petřín: Kirche zur Enthauptung des hl. Johannes des Täufers, ursprünglich spätromanisch, um 1770 im Stil des Spätbarocks umgebaut.

 

Podhradské skály: die Felsen sind als Naturdenkmal geschützt, Reste eines Buchen-Tannenwalds mit wärmeliebenden Pflanzen- und Tierarten.

 

Bau: Naturschutzgebiet, Felsen oberhalb der Thaya mit wärmeliebender Vegetation.

 

Podhradí nad Dyjí: wichtiger Ferienort. Es sind wertvolle Bauten der Volksarchitektur erhalten. Oberhalb des Ortes Ruine der Burg Frejštejn, erbaut zu Beginn des 13. Jahrhunderts unter Ottokar II. Přemysl als Wachburg an der mährischen-österreichischen Grenze. Im 15. Jahrhundert auf Anweisung der mährischen Stände niedergerissen, der Umbau zu einer Festung wurde nicht vollendet, die Burg blieb eine Ruine.

 

Uherčice: im 9. Jahrhundert slawische Siedlung. Ende des 15. Jahrhunderts gotische Feste, an deren Stelle Ende des 16. Jahrhunderts ein Renaissanceschloß entstand, das mit seinen Arkadengängen zu den wertvollsten Baudenkmälern Mährens zählt. Seit 1996 erfolgt eine grundlegende Restaurierung des Schlosses. Barockgarten und Waldpark mit künstlicher Burgruine und Obelisk. Es haben sich verschiedene Wirtschaftsgebäude und wertvolle Bauten der Volksarchitektur erhalten. Im Ort und seiner Umgebung alte Bäume und Alleen.

 

Vratěnín: denkmalgeschütztes Dorf, ehemaliges Kloster der Augustiner-Barfüßer, Barockgebäude der früheren Poststation, am Ortsrand mächtige Eiche.

 

Die Route führt weiter in den Bezirk Südböhmen Richtung Slavonice.