481 (Znojmo – Jevišovice)

Routenführung:

Znojmo – Přímětice – Jevišovice – (Jaroměřice nad Rokytnou – Lipník)

Charakteristik:

Die Radroute durchquert die malerische Landschaft nördlich von Znojmo. Sie führt durch das gegliederte Naturpark Jeviškovka entlang des gleichnamigen Flusses mit mehreren Zuflüssen und passiert zahlreiche Dörfer mit altertümlichen Baudenkmälern. Die Route stellt eine wenig bekannte Region vor, deren Geschichte mit der altberühmten Stadt Znojmo (Znaim). Die Route führt auf asphaltierten Forststraßen und auf kleineren Bezirksstraßen. Problematisch ist nur die Ausfahrt aus dem Ballungsraum von Znojmo über Kreuzungen mit Straßen der I. Klasse (starker Automobilverkehr).

Routenparameter:

Schwierigkeitsgrad : Turista
Routenlänge: 38,9 km
Routenmarkierung: Schild mit Nummer
Geeigneter Fahrradtyp: Krosové
Maximale / minimale Seehöhe: 418 m ü.M. / 235 m ü.M.
Gesamtsteigung: 1871 m
Gesamtsteigung in Metern: 768 m

Sehenswürdigkeiten entlang der Route:

Znojmo: Ein Wirtschafts- und Kulturzentrum des südwestlichen Mährens. Bereits 1190 gründete hier Konrad Otto ein Prämonstratenserkloster in Louka (Klosterbruck). 1437 starb hier der König Sigismund, wodurch die Dynastie der Luxemburger ausstarb. 1628 nach der Schlacht auf dem Weißen Berg tagte in Znojmo (Znaim) der Landtag, der die Erneuerte Landesordnung für Mähren beschloss, welche die Vererblichkeit des böhmischen Thrones für die Habsburger sowie die Rekatholisierung sicherte. Ende des 16. Jh. wurden Gurken vom Abt des Klosters als Arznei gegen Pest gebracht. Städtisches Denkmalgebiet. Altstadt mit winkeligen Gassen auf einem ursprünglichen spätromanischen Grundriss aus dem Anfang des 13. Jh., getrennt von der Neustadt mit von der größtenteils erhaltenen Stadtmauer. Der Rathausturm (1445–48) gehört zu den bedeutendsten spätgotischen Bauten in Tschechien. Unterirdische Gänge (Eingang von Slepičí trh 2) aus dem 13. –17. Jh. bestehen aus verbundenen mehrstöckigen ehem. Kellern. Zahlreiche Bürgerhäuser. Das älteste ist das gotische Haus in der Straße Mikulášská Nr. 13 (Anfang 14. Jh.). Die ursprüngliche Burg auf einem Felssporn über dem Bach Gránice wurde 1710–21 zu einem Barockschloss umgebaut (heute Ausstellung des Südmährischen Museums). Auf dem Areal befindet sich die Rotunde der Hl. Katharina (Nationales Kulturdenkmal) mit romanischen Wandmalereien (1134) auf Themen des Přemysliden-Geschlechts, die älteste Malerei mit einem historischen Stoff in Tschechien. Die tägliche Besucherzahl ist beschränkt. Gotische Nikolauskirche (Platz Mikulášské nám.) auf romanischen Fundamenten wurde von 1338 bis zur 2. Hälfte des 15. Jh. gebaut. St.-Wenzel-Kapelle (Mikulášské nám.; erbaut nach 1512). Urspr. gotische Kirche der Erhöhung des Hl. Kreuzes (Straße Dolní Česká) wurde im Renaissance- und später im Barockstil umgebaut. Im anliegenden Dominikanerkloster hat sich ein Kreuzgang aus dem Ende des 15. Jh. erhalten. Jesuitenkirche des Hl. Michael (Platz Jezuitské nám.). Johannes-Täufer-Kirche am Kapuzinerkloster (Platz Masarykovo nám.; 1. Hälfte 17. Jh.) Urspr. gotische Elisabethkirche (Straße Vídeňská; 3. Viertel 15. Jh.), barock erweitert (2. Hälfte 17. Jh.). Im urspr. gotischen Minoritenkloster (Mitte 13. Jh.; Straße Přemyslovců 6) wurde 1279–97 nach der Schlacht auf dem Marchfeld der König Přemysl Ottokar II. beigesetzt. Heute Sitz des Südmährischen Museums mit öffentlich zugänglichen archäologischen, historischen, zoologischen und botanischen Sammlungen. Das ehem. Prämonstratenserkloster Louka mit der Kirche der Himmelfahrt Mariä und des Hl. Wenzel, gegründet 1190, wurde 1425 in den hussitischen Kriegen zerstört und nach 1748 als ein großzügiges Barockbau erneuert, der wegen der Auflösung des Klosters 1784 nicht mehr fertig gestellt wurde. Danach diente es als Tabakfabrik und später als Kaserne.

 

Přímětice: Margarethenkirche (Ende 15. Jh., Umbauten Anfang 17. Jh. und später). Am Pfarrhaus Denkmal von Prokop Diviš, dem örtlichen Pfarrer und Erfinder eines Blitzableiters, dessen Replik hier steht. Am Dorfplatz neben dem Hotel N ein ausgedehnter kreisförmiger Weinkeller (1740–56) mit Tonnengewölben, erbaut von den Jesuiten; Gänge 110 m und 55 m lang, Vierung 7 m hoch. Individuelle Besuche mit Verkostung außer 15. 9. – 30. 11., Anmeldungen im Hotel N, Gruppenbesuchen im Kellerbetreiber Znovín Znojmo. Im Ort mehrere bemerkenswerte Skulpturen.

 

Hluboké Mašůvky: Am südwestlichen Ortsrand an der Straße nach Znojmo wurde eine befestigte Niederungssiedlung der Kultur mit mährischer bemalter Keramik (4. Jahrtausend v. u. Z.) untersucht – Fund der Venus von Mašůvky. Urspr. barocke Kirche der Heimsuchung Mariä (1680). Annenkapelle am Dorfplatz (1733). Am Teichdamm komplett erhaltene Walzen-Wassermühle aus den 1930er Jahren (Haus Nr. 43). Befreiungsdenkmal auf der Anhöhe oberhalb der Ortschaft.

 

Naturpark Jevišovka: Ausgedehntes bewaldetes Gebiet der gegliederten Jevišovická pahorkatina (Jaispitzer Hügelland). Bedeutende Phänomene mit völlig unterschiedlichen Lebensbedingungen sind einerseits der Fluss Jevišovka und seine unmittelbare Umgebung, andererseits die trockenen sonnigen Abhänge, welche die Flussumgebung säumen. Das Gebiet wurde bereits in der älteren Steinzeit besiedelt, deshalb befinden sich zahlreiche historisch wichtige Plätze und architektonische Denkmäler. Nach dem bedeutenden Spätsteinzeit-Fundort Starý Zámek bei Jevišovice wurde die Jevišovicer (Jaispitzer) Kultur benannt.

 

Lapikus: Burgruine auf einem Sporn über dem Plenkovický-Bach westlich vom Dorf Plaveč. Erste Erwähnung 1411, als die Brüder Gebl und Štěpán von Hrušovany Johann Veitmilnar von Žerotice angeklagt haben, dass er die Burg Lapikus mit Zubehör widerrechtlich hält. Die Burg wurde Ende des 14. oder Anfang des 15. Jahrhunderts erbaut. 1508 war Lapikus bereits verfallen und gehörte Václav von Vejmíle und Žerotice.

 

Plaveč: Schloss mit Renaissancekern. Am Rande des Schlossparks eine romanische Rotunde, im Empirestil hergerichtet. Nordöstlich vom Dorf Waldpark.

 

Rudlice: Denkmal am Dorfplatz (1921, erneuert r. 1961) erinnert an das Zentrum des großen Bauernaufstands 1821.

 

Rudlické kopce: Naturdenkmal – Gemeinschaften von xerophilen und thermophilen Steppenpflanzen.

 

Černín: Romanische Kirche des Hl. Jakobs des Älteren (Anfang 13. Jh., später umgebaut).

 

Jevišovice: Auf einer Felssporn am linken Ufer der Jevišovka gegenüber der Stadt eine urzeitliche Wallburg, die Funde aus der jüngsten Schicht werden als Jevišovicer (Jaispitzer) Kultur bezeichnet. Die urspr. gotische Burg erfuhr Ende des 16. Jh. einen Renaissanceumbau zum Schloss, der 1686 schon im Barockstil fertig gestellt wurde. Zu dieser Zeit war es im Besitz des berühmten Verteidigers Brünns gegen Schweden, Raduit de Souches, was dessen Wappen an der Schlossfront bezeugt. Heute Depot des Mährischen Museums, öffentlich zugängliche Ausstellungen: historische Entwicklung von Jevišovice, traditionelle Möbel, Tasteninstrumente. Das Neue Schloss am südöstlichen Stadtrand entstand durch einen romantischen Umbau (1879) eines barocken Lustschlösschens. Klassizistische Josefskirche (1823–30). In der Nähe Kornspeicher (Ende 16. Jh.), barockisiert. Jevišovicer Stausee mit einer Freibad und Campingplatz am östlichen Stadtrand. Der 25 m hohe Staudamm ist der älteste in Mähren (1894–97).

 

Bukovina: Burgruine aus dem 13. Jh., zerstört in Kriegen zwischen Georg von Podiebrad und Matthias Corvinus von Ungarn. Erhaltene Mauerreste des südlichen zweiräumigen Palastes mit einem Gewölbedurchgang, kleine Reste der Burgmauer und des Rundturms.

 

Hostim: Ehem. Renaissanceschloss aus dem 16. Jh. anstelle einer mittelalterlichen Wasserburg, Mitte des 18. Jh. barockisiert. Barocke Kirche des Hl. Franz Serafin (1569). Friedhofskapelle des Hl. Kreuzes.

 

Die Route führt weiter in den Kreis Vysočina, Richtung Jaroměřice nad Rokytnou und Lipník. Von hier können Sie auf der Route 401 nach Třebíč fahren.