5000 (Znojmo - Znojmo)

Routenführung:

Znojmo – Králův stolec – Podmolí – Šobes – Havraníky – Znojmo

Charakteristik:

Rundroute durch die östlichen Teile des Nationalparks Thayatal, die nicht nur durch den tiefen felsigen Canyon der Thaya, der vor der Stadt Znojmo teilweise durch die gleichnamige Talsperre unter Wasser gesetzt wurde, sondern auch durch das Granitplateau der Böhmisch-Mährischen Höhe charakterisiert sind, das sich zur Thaya-Schwarza-Senke hin neigt und von einer einzigartigen Heidevegetation bewachsen ist. Das stark gegliederte Landschaftsrelief läßt den Schwierigkeitsgrad der Route erahnen. Um die Radwanderer zu den attraktivsten Stellen zu führen, passiert sie mehrfach die tief eingeschnittenen Täler der Thaya und ihrer Zuflüsse, wo sehr große Höhenunterschiede zu bewältigen sind. Die teils unbefestigten Wege in der wilden Naturlandschaft haben mit den asphaltierten Landstraßen starke Steigungen und Gefälle gemein, darüber hinaus sind sie jedoch stellenweise sehr schmal und voller Unebenheiten. Bei Havraníky und von Popice bis Znojmo führt die Route über unbefestigte Wege und Pfade, die jedoch alle mit dem Mountainbike gut befahrbar sind.

Routenparameter:

Schwierigkeitsgrad : Turista
Routenlänge: 29,7 km
Routenmarkierung: Streifenmarkierung (blaue Marke)
Geeigneter Fahrradtyp: Horské
Maximale / minimale Seehöhe: 416 m ü.M. / 217 m ü.M.
Gesamtsteigung: 1864 m
Gesamtsteigung in Metern: 683 m

Sehenswürdigkeiten entlang der Route:

Znojmo: die Stadt ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Südwestens von Mähren. Bereits 1190 gründete Konrad Otto hier das Prämonstratenserkloster Louka. Im Jahr 1437 starb hier König Sigismund, womit die Dynastie der Luxemburger erlosch. Nach der Schlacht am Weißen Berg wurde 1628 in Znojmo ein Landtag abgehalten, auf dem für Mähren die Verneuerte Landesordnung erlassen wurde, welche den Erbanspruch der Habsburger auf den böhmischen Thron und die Gegenreformation festschrieb. Die bekannten Znaimer Gurken führte hier Ende des 16. Jahrhunderts der Abt des Klosters Louka als Medizin gegen die Pest ein. Denkmalgeschützte Altstadt mit verwinkelten Gäßchen, die den ursprünglichen spätromanischen Stadtgrundriß vom Beginn des 13. Jahrhunderts widerspiegeln, zwischen Altstadt und Neustadt großteils erhaltene Stadtmauern. Der in den Jahren 1445-48 erbaute Rathausturm gehört zu den wichtigsten Bauten der Spätgotik in Tschechien. Zahlreiche Bürgerhäuser, am ältesten ist das gotische Haus in der Mikulášská ul. 13 vom Beginn des 14. Jahrhunderts. Die unterirdischen Gänge (Eingang Slepičí trh 2) aus dem 13. bis 17. Jahrhundert werden durch die miteinander verbundenen mehrstöckigen Keller der Bürgerhäuser gebildet. Die ursprüngliche Burg auf einem Felssporn über dem Bachtal der Gránice wurde in den Jahren 1710-21 zu einem Barockschloß umgebaut (heute Ausstellungsräume des Südmährischen Museums). Auf dem Burggelände befindet sich die Rotunde St. Katharina (nationales Kulturdenkmal) mit romanischen Wandmalereien aus dem Jahr 1134, die Szenen aus dem Leben der Přemysliden zeigen und damit die ältesten Gemälde mit historischer Thematik in Tschechien sind. Die tägliche Besucherzahl der Rotunde ist beschränkt. Die gotische Kirche St. Nikolaus (Mikulášské nám.) wurde auf romanischen Fundamenten zwischen 1338 und der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut. Kapelle St. Wenzel (Mikulášské nám.) aus dem Jahr 1512. Ursprünglich gotische Kirche zur Erhöhung des hl. Kreuzes (Dolní Česká ul.), später im Stil der Renaissance und schließlich des Barock umgebaut. Im benachbarten Dominikanerkloster hat sich der Kreuzgang vom Ende des 15. Jahrhunderts erhalten. Jesuitenkirche St. Michael (Jezuitské nám.). Die Kirche St. Johannes der Täufer mit dem Kapuzinerkloster (Masarykovo nám.) stammt aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Kirche St. Elisabeth (Vídeňská ul.), ursprünglich gotischer Bau aus dem dritten Viertel des 15. Jahrhunderts, in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts im Barockstil erweitert. Im einstigen gotischen Minoritenkloster aus der Mitte des 13. Jahrhunderts (Přemyslovců 6) war nach der Schlacht auf dem Marchfeld in den Jahren 1279-97 König Ottokar II. Přemysl bestattet. Heute Sitz des Südmährischen Museums mit öffentlich zugänglichen Sammlungen zu den Themen Archäologie, Geschichte, Zoologie und Botanik. Das 1190 gegründete einstige Prämonstratenserkloster in Louka mit der Kirche Mariä Himmelfahrt und St. Wenzel wurde während der Hussitenkriege im Jahr 1425 zerstört. Ab 1748 kam es zum Wiederaufbau als großzügiger Barockbau, der jedoch wegen der Aufhebung des Klosters im Jahr 1784 nicht vollendet wurde. Anschließend diente das Kloster als Tabakmanufaktur, um später zu einer Kaserne umgebaut zu werden.

 

Talsperre Znojmo: errichtet in den Jahren 1962-66. Dient als Trinkwasserreservoir für Znojmo und zum Auffangen der Abflußspitzen des Kraftwerks der Talsperre Vranov. Länge der Aufstauung etwa 5 km, größte Tiefe 17 m.

 

Hradiště: ursprünglich großmährische Burganlage oberhalb des Zusammenflusses von Thaya und Gránice, zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurde hier die romanische Kirche St. Hippolyt erbaut. Barocke Propstei aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Oberhalb des Bachtals Barockkapelle und Kreuzweg. Von der Befestigung des Ortes hat sich an seinem nordwestlichen Rand eine mittelalterliche Steinmauer mit Tor aus dem 17. Jahrhundert erhalten.

 

Hradišťské terasy: Überreste terrassenförmiger mittelalterlicher Obst- und Weingärten auf den Felsabsätzen oberhalb der Talsperre Znojmo und der Mündung des Bachs Gránice in die Thaya.

Nationalpark Thayatal: erstreckt sich entlang der Thaya, die sich zwischen Vranov nad Dyjí und Znojmo durch ein 40 km langes, tief eingeschnittenes Tal windet. Am südöstlichen Rand des Nationalparks findet sich entlang der Verbindungsgeraden Znojmo - Hnanice ein ungewöhnlicher Streifen Heide- und Steppenland. Das Tal der Thaya ist wie ein Canyon eingeschnitten, die zahllosen Mäander des Flusses sind von Felsformationen und Geröllhalden gesäumt. Auch auf der österreichischen Seite setzt sich der Nationalpark fort. Wertvoll ist der Park durch eine einzigartige Geomorphologie und den guten Zustand, in dem sich der Thaya-Canyon erhalten hat. So ist hier ein praktisch unbewohntes Flußtal vorzufinden - das besterhaltene und unberührteste in ganz Tschechien. Das Thayatal gehört zu den artenreichsten großflächigen Gebieten des Landes. Die besonderen Naturbedingungen dieser Landschaft lassen in den tiefen Tälern kälte- und schattenliebende Arten gedeihen, an den sonnenbeschienen Hängen dagegen wärmeliebende.

 

Králův stolec: Aussichtspunkt über dem Tal der Thaya mit hölzernem Pavillon. Eine eher unwahrscheinliche Theorie erklärt den Namen "Königsthron" damit, daß hier im Jahr 1683 der polnische König Johann III. über seine Truppen gewacht haben soll, die hier die Thaya überquerten, um dem belagerten Wien zur Hilfe zu eilen. Die bewaldeten Terrassen in der Nähe des Aussichtspunkts waren früher Weinberge.

 

Podmolí: spätbarocke Marienkapelle von 1753. Am Ortsrand gemauerter Bildstock aus dem Jahr 1796. Es haben sich wertvolle Bauten der Volksarchitektur erhalten.

 

Šobes: Felskamm hoch über einer tief eingeschnittenen Flußschleife der Thaya. Vom Weg auf dem Kamm bieten sich nach beiden Seiten herrliche Ausblicke hinunter in das Flußtal. An den Südhängen finden sich besonders hochwertige Weinlagen, die von der Firma Znovín Znojmo bewirtschaftet werden. Besichtigungen finden vom 2.4. bis zum 30.9. statt, an einem Stand im Weinberg können dabei die von hier stammenden Weine verkostet und gekauft werden.

 

Havranické vřesoviště: größtes Heidegebiet im Nationalpark Thayatal, wo niedrige Gebüschformationen mit Heide und Behaartem Ginster überwiegen.

 

Havraníky: klassizistische Kirche St. Leonhard aus dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts. Im Ort überwiegend barocke Bildhauerarbeiten und weitere kleinere historische Bauten. Es haben sich wertvolle Zeugnisse der Volksarchitektur erhalten, insbesondere Weinkeller. Am Nordrand des Ortes ist während der Saison an der Radroute ein Wein-Probierstand geöffnet. Von hier aus bietet sich eine sehr schöne Aussicht über die Weinberge und die Thaya-Schwarza-Senke.

 

Popice: im Kern frühgotische Kirche St. Sigismund aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, im 17. Jahrhundert umgebaut. Bei der Kirche einstiges Pfarrhaus des Kreuzherrenordens aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und barocke Floriansfigur. Geburtsort des Schriftstellers Charles Sealsfield, mit wirklichem Namen Karl Postl, der wegen seiner Kritik des Bachschen Neoabsolutismus zur Emigration nach Amerika gezwungen war, wo er eine Reihe von Büchern schrieb, so auch über die Leidensgeschichte der nordamerikanischen Indianer (Gedenktafel am Geburtshaus). Südwestlich des Ortes am Rand des Heidegebiets Havranické vřesoviště Kapelle der Schmerzhaften Jungfrau Maria aus dem Jahr 1816 an der Stelle, wo 1680 durch eine Prozession der Pest Einhalt geboten wurde. Die Kapelle wurde 1993 instandgesetzt. Weinbauort mit wertvollen Zeugnissen der Volksarchitektur, insbesondere Weinkellern.

 

Konice: neugotische Kirche St. Jakobus der Ältere aus dem Jahr 1909. Im Ort interessantes Pfarrhaus, am Ortsrand Friedhof im historisierenden Stil. Auf dem Gemeindegebiet überwiegend barocke Bildhauerarbeiten und weitere kleinere historische Bauten. Weinbauort mit wertvollen Zeugnissen der Volksarchitektur, insbesondere Weinkellern.

 

Kraví hora: Anhöhe ( 324 m ü. M.) am Rande des Nationalparks Thayatal gegenüber dem Felssporn mit der Stadt Znojmo, bedeckt von einem sehr schönen Heidegebiet mit der typischen Vegetation.