Auf den Spuren Kaiser Napoleons

Routenführung:

Šlapanice - Ponětovice - Kobylnice - Sokolnice - Telnice - Žatčany - Sokolnice - Mohyla míru - Prace - Blažovice - Tvarožná - Santon - Žuráň - Šlapanice

Charakteristik:

Machen Sie sich mit uns auf zu bekannten und weniger bekannten Zeugen der Dreikaiserschlacht bei Austerlitz, in der Napoleon dem österreichischen Kaiser Franz I. und dem russischen Zaren Alexander I. eine entscheidende Niederlage zufügte. Den Weg werden Ihnen die mit der Schlacht verbundenen Denkmäler, die freundlichen Menschen der Region und auch eine Legende über einen noch nicht entdeckten russischen Schatz weisen.

Routenparameter:

Schwierigkeitsgrad : Turista
Routenlänge: 36,8 km
Geeigneter Fahrradtyp: Krosové
Touristisches Gebiet: Brno a okolí
Maximale / minimale Seehöhe: m ü.M. / m ü.M.
Gesamtsteigung: m
Gesamtsteigung in Metern: m

Beschreibung:

Am 2.12.1805 kämpften zwischen Brno und Austerlitz (Slavkov) mehrere Zehntausend französische Soldaten unter Napoleon gegen die vereinigte russisch-österreichische Armee unter dem Kommando von Zar Alexander I. und Kaiser Franz I. In der blutigen Schlacht bescherte Napoleon den verbündeten Truppen eine katastrophale Niederlage und zwang den unterlegenen Nationen seine politische Neuordnung Europas auf. Die Schlacht stellte einen tiefen Eingriff in das Leben der hiesigen Einwohner dar, und so erinnern an sie bis heute nicht nur Dutzende kleiner Denkmäler, sondern auch Gedenkveranstaltungen, bei denen Szenen der Schlacht nachgespielt werden, oder auffallend häufige französische Nachnamen in der Region. Vor Ihrem Ausflug sollten Sie sich über die Schlacht noch kundiger machen, z. B. auf der Homepage des Projekts Austerlitz. Der Napoleon-Rundweg führt über Landstraßen und Feldwege und wurde 2010 teilweise durch eine Markierung mit dem Symbol „N“ gekennzeichnet.

 

Ihre Rundfahrt beginnen Sie in Šlapanice, wohin Sie aus dem Zentrum von Brno per Zug oder per O-Bus gelangen. Die Runde läßt sich aber auch am Bahnhof Sokolnice-Telnice oder am Bahnhaltepunkt Ponětovice beginnen. Am Masarykovo náměstí in Šlapanice befindet sich im Gebäude der einstigen Scholasterei heute das Museum. Während der Schlacht war hier das Stabsquartier des französischen Generals Soult. In einer Nische des Museumsbaus findet sich eine Figur des heiligen Florian aus dem 18. Jahrhundert und daneben ein Sandsteinrelief mit der Jahreszahl 1613. In der Kirche Mariä Himmelfahrt brachten die Franzosen während der Schlacht gefangene Soldaten der gegnerischen Armeen unter. Ein interessanter Farbtupfer auf dem Marktplatz ist der neue Brunnen „Lebensspirale“.

 

Von Šlapanice aus führt der Weg entlang des Baches Říčka nach Ponětovice. An der Kreuzung in Kobylnice haben örtliche Enthusiasten eine Tafel mit einem Text über die Lage während der Austerlitzer Schlacht angebracht. Auf dem Dorfplatz steht eine Kapelle aus dem Jahr 1821. Weiter geht es auf der Straße entlang einer weitläufigen Fasanerie und eines Wildgeheges nach Sokolnice, wo sich ein Schloß (heute Altersheim) und ein Kornspeicher befinden, die einst den Franzosen als Verteidigungsobjekt dienten. Das Schloß war während der Schlacht hart umkämpft, im Speicher wurden gefangengenommene Soldaten der Gegner untergebracht. In der Straße Pod Stráží findet sich ein außerordentlich interessantes Sühnekreuz an der Stelle eines angeblichen Massengrabs aus der Zeit der Schlacht. Nach Ihrer Besichtigung des Dorfs können Sie sich am reizvollen Teich auf dem Dorfanger ausruhen.

 

Zwischen Sokolnice und Telnice folgen Sie einem Feldweg, der bei Nässe schwer befahrbar ist. Telnice begrüßt Sie mit seiner ursprünglich romanischen Kirche St. Johannes der Täufer, einem Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs und einer Infotafel, die das Kampfgeschehen rund um den Ort im Jahr 1805 darstellt. Daneben steht ein kleines hölzernes Denkmal. Zwischen Telnice und Žatčany geht es wiederum auf einem Feldweg weiter. Am Rande von Žatčany gelangen Sie an einen weiteren denkwürdigen Ort. Die Straße verläuft auf einem auffälligen Damm, denn zu Zeiten der Schlacht befanden sich hier zwei Fischteiche. Tausende verzweifelter Soldaten der Alliierten sahen sich hier von den Franzosen in die Enge getrieben und flohen über den Damm oder sogar über die zugefrorenen Teiche. An die Schlacht erinnern auch die Kanonenkugeln, die in den Giebel der einstigen Mühle auf dem Damm eingemauert wurden. Weitere Denkmäler in Žatčany sind die Dreifaltigkeitskirche und die Kapelle St. Maria Magdalena. Der Rundweg wendet sich nach Norden, so daß Sie zum Bahnhof Sokolnice-Telnice gelangen.

 

Weiter geht die Fahrt zum Pratzeberg (Pracký kopec) mit der Gedenkstätte „Friedenshügel“ (Mohyla míru). Hier fiel nach einem relativ raschen Schlachtverlauf die Entscheidung, indem die Franzosen die Anhöhe einnahmen. In den Jahren 1910-12 wurde hier nach einem Entwurf von Josef Fanta das erste Friedensdenkmal Europas errichtet, auf das 1925 ein Museum folgte, wo heute eine effektvolle multimediale Präsentation zu sehen ist.

 

Im Ort Prace können Sie die Stufen zur Heilig-Kreuz-Kirche hinaufsteigen, deren Turm während der Schlacht den Russen als Beobachtungsstand diente. Beim Teich oberhalb des Ortes findet sich ein Kreuz aus dem Jahr 1805, das ein Soldatengrab markiert. Von Prace nach Blažovice geht es auf einem Feldweg, der bei Nässe nur schwer befahrbar ist. In Blažovice stoßen Sie am Ende des Ortes auf eine alte Schmiede (Hausnummer 41), wo einst die Franzosen ihre Pferde beschlagen ließen, während in einer Seitengasse gegenüber Kanonenkugeln auf dem Boden liegen. Die Schmiede ist für Besucher nicht zugänglich. Auf der Landstraße führt die Route weiter nach Tvarožná, wo auf dem Dorfanger die Nachbildung einer Kanone aufgestellt wurde. Wir empfehlen Ihnen einen Abstecher vorbei am Kosmák-Kreuz (angebliches Soldatengrab) hinauf zur Anhöhe Santon. Hier hielt ein Teil der Franzosen eine stark befestigte Stellung, die die Russen vergeblich einzunehmen versuchten. Der Gipfel mit seinem ausgezeichneten Rundumblick ist nur zu Fuß erreichbar.

 

Hinter Tvarožná führen Sie ein Feldweg und dann eine Straße zur alten Landstraße Brno - Olomouc, wo Sie einen kurzen Abstecher zum Žuráň machen können. Dieser Hügel, dessen Gipfel bis heute als exterritorialer Besitz Frankreichs in Tschechien gilt, diente Napoleon während der Schlacht als Beobachtungsposten. Hier gab er in den Morgenstunden des 2.12.1805 das Kommando zum Angriff auf den Pratzeberg. Die Route endet an ihrem Ausgangspunkt in Šlapanice, wo Sie noch einen Blick auf das Gebäude des Gymnasiums werfen können - hier handelt es sich um das einstige Schloß, das während der Schlacht ein französisches Lazarett beherbergte.

 

Falls Sie bei Ihrem Ausflug nicht auf die Truhe mit dem legendären russischen Goldschatz gestoßen sind, so seien Sie nicht betrübt, sondern kommen Sie noch einmal wieder zum Schlachtfeld von Austerlitz. Vielleicht werden Sie dann mehr Glück haben...

 

Einen Besuch wert:

Šlapanice: Museum

Sokolnice: Schloß, Kornspeicher und Sühnekreuz in der Straße Pod Stráží

Žatčany: Damm der einstigen Teiche

Friedenshügel: Dauerausstellung zur Dreikaiserschlacht

Blažovice: Schmiede

Santon: Aussicht und Gedenkstätte

Žuráň: Aussicht und Gedenkstätte