Auf der Liechtensteinroute zum UNESCO-Welterbe

Routenführung:

Valtice - Rendez-vous - Tři grácie - Janův hrad - Lednice - Hraniční zámeček - Hlohovec - Valtice

Charakteristik:

Bei einer beschaulichen Fahrt lernen Sie die einzigartige Kulturlandschaft um Lednice und Valtice kennen, die dank ihres außergewöhnlichen Werts in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen wurde. Lassen Sie sich hinreißen von romantischen Lustbauten mitten im Wald, Ziergärten und Parks, mit denen die Liechtensteiner den südöstlichsten Winkel Mährens schmückten.

Routenparameter:

Schwierigkeitsgrad : Turista
Routenlänge: 27,9 km
Geeigneter Fahrradtyp: Krosové
Touristisches Gebiet: Lednicko-Valtický areál
Maximale / minimale Seehöhe: 210 m ü.M. / 160 m ü.M.
Gesamtsteigung: m
Gesamtsteigung in Metern: m

Beschreibung:

Valtice ist nicht nur der einstige Sitz des altehrwürdigen Adelsgeschlechts und eine architektonische Perle unter den vielfältigen Denkmälern der Kulturlandschaft Lednice-Valtice, sondern auch eine Hauptstadt des Weins. Unseren Ausflug können wir daher mit einer Führung durch das imposante unterirdische Ganglabyrinth von Valtice oder mit einem kurzen Besuch im Weinsalon beginnen, der in den historischen Kellern des Schlosses die hundert besten Weine Tschechiens zur Verkostung anbietet. Als Zubringer zum Hauptrundweg der Liechtensteinroute nutzen wir den Radweg 5045, der vom Stadtplatz in Valtice vorbei an der zweitürmigen Fassade der Kirche Mariä Himmelfahrt leicht ansteigend in Richtung Lednice führt. Am Ausgang aus der Stadt verläßt die Route die Straße und führt uns durch einfaches Gelände zu den im Landschaftspark verstreuten eindrucksvollen Lustbauten.

  

Kurz nach der Einfahrt in den Wald treffen Sie auf ein romantisches Bauwerk in der Gestalt eines römischen Triumphbogens – den Dianatempel, der einst als Treffpunkt der Jagdgesellschaften in den hiesigen Wäldern diente und daher auch unter dem Namen Rendezvous bekannt ist. Den Jagdteilnehmern diente auch der jüngste Bau in der Parklandschaft, die Hubertuskapelle. Von diesem Denkmal für den Patron der Jäger und Schützen folgt die Liechtensteinroute einem Waldweg in Richtung Nový Dvůr.

  

An der Kreuzung, wo der Hauptrundweg nach rechts abbiegt, können Sie auch einen kleinen Abstecher nach links machen, wo Sie zu einer klassizistischen halbkreisförmigen Kolonnade gelangen, in deren Mitte die Figurengruppe der Drei Grazien steht. Die in einem einzigen Steinblock verewigten Reize der griechischen Göttinnen Athene, Artemis und Aphrodite sind das Werk des Bildhauers Martin Fischer. Der Blick von der Skulptur über den mittleren Teich zum Teichschlößchen ist charakteristisch für das Kompositionsprinzip der liechtensteinischen Baumeister. Auf unsere Rundroute zurückgekehrt, passieren wir den Empirebau des Hofs Nový Dvůr, der durch die Pferdezucht der Liechtensteiner bekannt wurde, und setzen unsere Fahrt am Teichufer entlang vorbei am Apollotempel fort, bis wir auf die nach Osten führende Valticer Allee gelangen. Den anschließenden Straßenabschnitt nach Lednice lockern wir durch einen Abstecher zur Hansenburg (Janův hrad) auf. Dieses Lustschlößchen am Ufer der Thaya, erbaut als Imitation einer mittelalterlichen Ruine, feiert dieses Jahr sein zweihundertjähriges Bestehen. Die Hansenburg ist ein Kreuzungspunkt mehrerer Radwege und bietet eine Bootsverbindung nach Břeclav. Auf einem ruhigen befestigten Weg am Ufer der Thaya und entlang von Auwäldern gelangen wir in wenigen Minuten nach Lednice. Um alle Denkmäler der Stadt kennenzulernen, bräuchten wir mehrere Stunden. Das Schloß von Lednice, das Tropenhaus und der weitläufige Barockpark sind ein außergewöhnliches Zeugnis der baulichen wie der landschaftsplanerischen Aktivitäten des Geschlechts der Liechtensteiner im Süden Mährens.

 

Daran, daß der Weinbau im Land unter den Pollauer Bergen einen herausragenden Platz genießt, erinnert das grüne Weinkeller-Logo des Weinwegs Mikulov, das uns auf dem Rückweg nach Valtice neben dem Familienwappen der Liechtensteiner begleiten wird. Bevor wir uns zwischen den Kellern der Kolonie Šulaperk in Hlohovec ein Bild vom regen Weintourismus machen können, erwarten uns noch ein kurzer Landstraßenabschnitt und ein schattiger Weg am Wasser entlang zum Grenzschlößchen (Hraniční zámeček). Durch die Mitte des Schlosses, dessen Bau einen architektonischen Kontrapunkt zu der großartigen Naturlandschaft setzen sollte, verlief einst die Grenze zwischen der Markgrafschaft Mähren und dem Erzherzogtum Niederösterreich. Im Erdgeschoß des Schlößchens befindet sich heute ein Restaurant, das mit seiner ausgezeichneten Küche und der herrlichen Aussicht zu einem späten Mittagessen lockt.

 

Der Anstieg zwischen den Weinkellern des urigen Ortes Hlohovec führt zum Šulaperk, einer weithin bekannten Winzerkolonie, deren Geschichte bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts zurückreicht. Probieren Sie ein Gläschen des hiesigen Frankenweins oder einen Grünen Veltliner von der Stará hora, und die letzten fünf Kilometer zurück nach Valtice werden gleich etwas kürzer und heiterer. Sollten Sie auf dem Stadtplatz von Valtice noch immer bei Kräften sein und gleichzeitig in Ihrer Sammlung von Baudenkmälern noch ein besonderes Schmuckstück vermissen, so nehmen Sie noch die zwei Kilometer Anstieg bis zu der über Valtice thronenden Kolonnade Reistna in Angriff, von deren Galerie aus sich ein Panoramablick über die Stadt und die gesamte Kulturlandschaft Lednice-Valtice eröffnet.

   

Einen Besuch wert:

Valtice: Schloß, unterirdische Gänge, Weinsalon der Tschechischen Republik, Kolonnade Reistna, Rendezvous, Drei Grazien 

Lednice: Schloß, Minarett, Hansenburg

Hlohovec: Grenzschlößchen