Auf der Mährischen Weinroute durch die Region Mikulov - das sonnige Italien unter den Pollauer Bergen
Routenführung:
Jevišovka - Drnholec - Novosedly - Nový Přerov - Březí - Mikulov - Pavlov - Dolní Věstonice - Strachotín - PouzdřanyCharakteristik:
Die Landschaft rund um die Pollauer Berge (Pálava) ist charakterisiert durch eine außergewöhnliche Architektur und eine reiche, von verschiedenen Kulturen geprägte Geschichte, den Geist der Toleranz und eine freigiebige Natur. Sehr interessant und vielfältig ist auch der Verlauf der Mährischen Weinroute durch das Anbaugebiet Mikulov unmittelbar an der Grenze zu Österreich.Routenparameter:
| Schwierigkeitsgrad : | Turista |
|---|---|
| Routenlänge: | 51,4 km |
| Geeigneter Fahrradtyp: | Krosové |
| Touristisches Gebiet: | Lednicko-Valtický areál |
| Maximale / minimale Seehöhe: | m ü.M. / m ü.M. |
| Gesamtsteigung: | m |
| Gesamtsteigung in Metern: | m |
Beschreibung:
In Jevišovka, einem im 13. Jahrhundert gegründeten Kolonisationsdorf an der Mündung der Jevišovka in die Thaya, erreicht die Mährische Weinroute gemeinsam mit den Greenways Prag - Wien das Weinbaugebiet Mikulov. Von den Rebflächen her ist es das größte Anbaugebiet Mährens, und es weist auch die größten zusammenhängenden Weinberge auf. Eingeführt wurde der Weinbau unter den Pollauer Bergen von den hier stationierten römischen Legionen. Insbesondere die Weißweine der Region zeichnen sich durch herausragende Qualität, Sortencharakterund eine breite Geschmacksskala aus. Typische Sorten des Anbaugebiets Mikulov sind Welschriesling, Grüner Veltliner und Weißburgunder. Jevišovka, das über Jahrhunderte hinweg ein schweres Schicksal zu tragen hatte, ist heute ein gepflegter und gastfreundlicher Ort, und der hier beginnende Routenabschnitt wird allen Liebhabern von Natur, Architektur und weiten Ausblicken die Herzen höher schlagen lassen.
Auf kleinen Landsträßchen, asphaltierten Fahrwegen und unbefestigten Feldwegen nähert sich die perfekt markierte Mährische Weinroute Mikulov. Drnholec und Novosedly, zwei der größten Weinbaugemeinden in Mähren, haben nicht nur eine bunte und abwechslungsreiche Vielfalt an alten Kellern zu bieten, sondern demonstrieren auch in einzigartiger Weise die Entwicklung der ländlichen Kirchenarchitektur von der Romanik bis zum Barock. Nach Drnholec und der Brücke über die Thaya biegt die Route nach Novosedly ab, wo der Weinlehrpfad Stará hora beginnt. In den Weinbergen wurden elf Tafeln aufgestellt, die über Geschichte und Gegenwart des Rebbaus in Novosedly, die auf den hiesigen Weinbergen angebauten Arten, über die Winzerkunst, das Winzergesetz wie auch über die richtige Verkostung von Weinen informieren. Die erworbenen Kenntnisse können Sie sofort praktisch umsetzen. Die Weinbaubetriebe Marcinčák und Kovacs aus Novosedly gehören zu den renommiertesten der Gegend.
Weiter nach Süden, bis an die tschechisch-österreichische Grenze, führt der weitere Routenverlauf, um Nový Přerov zu erreichen. Ab diesem Ort, der noch bis vor kurzem an der Grenze zweier Welten lag und heute ein Mekka der Radwanderer ist, steigt die Route an bis zur Anhöhe Přerovský vrch. Sie führt auf einem guten Asphaltweg mit Blick über die Weinberge, an deren Fuß sich die originellen, stilvollen, aber schlichten Fassaden von Weinkellern aus den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts abwechseln. Der weite Rundblick vom Přerovský vrch wird bald abgelöst durch einen schattigen Waldweg, der bis an den Ort Dobré Pole heranführt. Der nachfolgende sieben Kilometer lange Wegabschnitt bis Mikulov gehört zu den schlechtesten auf der gesamten Route - ein staubiger Feldweg, schlecht liegende Betonplatten, Asphaltreste voller Schlaglöcher. Doch am Ende dieses Abschnitts eröffnet sich wie zur Belohnung das hinreißende Panorama der von der Sonne verwöhnten Stadt Mikulov am Südabhang der Pollauer Berge. Die altehrwürdige Stadt mit ihrem Schloß, der Dietrichsteiner-Gruft und dem pittoresken jüdischen Viertel stellt nicht nur einen Kreuzungspunkt verschiedener Kulturen dar, sondern ist auch eine Hochburg des Weins. Die idealen Naturbedingungen und hervorragende Weinberglagen, gepaart mit den Erfahrungen Dutzender von Winzergenerationen, bringen hier Weine von besonderem Ruf hervor.
Mit Mikulov im Rücken steigt die Mährische Weinroute auf einem ruhigen Landsträßchen nach Klentnice an. Bevor sie auf dem Weg durch die Pollauer Berge eine Meereshöhe von 350 m erreicht, passiert sie die Kalkformation des Katzenfelsens (Kočičí skála) und bietet einen Ausblick auf das Massiv des Tafelbergs (Stolová hora) mit der Burgruine Waisenstein (Sirotčí hrádek) ebenso wie auf die Silhouette des Berggipfels Děvín mit der Ruine der Maidenburg (Děvičky). Von seinem Scheitelpunkt vor Klentnice fällt der Weg dann nach Pavlov ab, einem barocken Winzerdorf am Ufer der Talsperre Nové Mlýny. Am Wasser liegen auch die beiden letzten zum Anbaugebiet Mikulov gehörenden Orte an der Weinroute. Dolní Věstonice mit seinem kleinen archäologischen Museum hat nicht erst durch den Fund einer wohlbeleibten Venusfigur Berühmtheit erlangt, sondern war schon weit früher durch die hochentwickelte Winzerkunst der hier angesiedelten Wiedertäufer bekannt. Weiter nach Strachotín gelangen die Radler über eine Brücke zwischen dem unteren und dem mittleren Becken der Talsperre. Nach der Kellerkolonie von Strachotín folgen ein romantischer Abschnitt zwischen Teich und Feldrain und ein leichter Anstieg bis zu dem bedeutenden Winzerort Pouzdřany, der vor allem durch seine Strohweine bekannt ist. Doch kann Pouzdřany auch mit seiner gotischen Pfarrkirche St. Nikolaus, einem erhaltenen Freihof aus der Renaissance und einer außergewöhnlichen Steppenlandschaft aufwarten. Von der Bahnstation aus bestehen Zugverbindungen nach Brno wie nach Břeclav.
Einen Besuch wert:
Drnholec: Renaissance-Pfarrhaus
Novosedly: Kirche St. Ulrich mit romanischen Grundmauern, Weinlehrpfad Stará hora
Nový Přerov: Radfahrer-Camping Jáňův dvůr
Mikulov: Schloß mit Dauerausstellung zum Weinbau, Dietrichsteiner-Gruft, Synagoge, jüdischer Friedhof
Pavlov: barocke Kellerhäuser, Ruine der Maidenburg
Dolní Věstonice: archäologische Dauerausstellung
Pouzdřany: gotische Kirche St. Nikolaus, Renaissance-Freihof, Steppe von Pouzdřany


















