Auf der Mährischen Weinroute durch die Region Velké Pavlovice - das Land der blauen Berge

Routenführung:

Pouzdřany - Popice - Hustopeče - Velké Pavlovice - Němčičky - Bořetice - Kobylí - Klobouky - Krumvíř - Čejč

Charakteristik:

Auf Radwegen, ruhigen Landstraßen und Fahrwegen führt die Mährische Weinroute durch die fruchtbare Landschaft der „blauen Berge“ und das waldlose „Land ohne Schatten“. Genießen Sie kurze Steigungen und weite Fernblicke am Rande des Steinitzer Walds (Ždánický les), die Reize der volkstümlichen Architektur, die Ruhe und Harmonie der gepflegten Dörfer und die beschauliche Fahrt zwischen Feldern und Weinbergen.

Routenparameter:

Schwierigkeitsgrad : Turista
Routenlänge: 64,7 km
Geeigneter Fahrradtyp: Krosové
Touristisches Gebiet:
Maximale / minimale Seehöhe: m ü.M. / m ü.M.
Gesamtsteigung: m
Gesamtsteigung in Metern: m

Beschreibung:

Tor zum Anbaugebiet Velké Pavlovice ist Pouzdřany, ein Winzerort, der früher durch den hier erzeugten Strohwein bekannt war. Die Dorfmitte schmücken die gotische Pfarrkirche St. Nikolaus und der Freihof im Renaissancestil aus dem frühen 16. Jahrhundert. Bei der Weiterfahrt auf der Straße nach Popice fällt der Blick auf die unter Naturschutz stehende Steppe von Pouzdřany. Beim Rathaus von Popice biegt die Route ab ins Gelände und steigt auf einem neu markierten Abschnitt an bis zur Anhöhe Žebrák. Bevor Sie den Gipfel mit seinem weiten Rundblick erreichen, sollten Sie beim Weinbaubetrieb Sonberk zu einer Betriebsbesichtigung und einem Gläschen Wein einkehren. Der elegante Firmensitz inmitten der Weinberge ist ein Paradebeispiel moderner Architektur und steht für modernste Technologien ebenso wie für Weißweine herausragender Qualität. Von der Terrasse des Betriebs eröffnet sich ein imposanter Blick über die Talsperre Nové Mlýny zu den Gipfeln der Pollauer Berge, der an die Atmosphäre der Gemälde von Antonín Vojtek erinnert. 

 

Nach einem kurzen gemeinsamen Abschnitt mit dem blau markierten Weinweg von Velké Pavlovice fällt die Mährische Weinroute ab nach Hustopeče und erreicht ein Anbaugebiet, für das ein höherer Anteil roter Weine und deren hervorragende Qualität charakteristisch ist. Bereits im Mittelalter eine Hochburg des mährischen Weinbaus, kann Hustopeče noch heute mit etlichen wertvollen Baudenkmälern aufwarten und wird auch von zahlreichen Weinliebhabern besucht. Deren Ziel ist die Weinbau-Dauerausstellung im Renaissancehaus U Synků, wo sie alles über den Rebbau und die Weinherstellung erfahren. Wer dabei auf eine Weinprobe Lust bekommt, kann unter vierzig Weinen von Winzern und Weinbaubetrieben aus der Region wählen. Im Beisein von Herrn Sedláček, dem Kustos der Ausstellung, wird die Verkostung auch menschlich zu einem besonderen Erlebnis. Im Haus U Synků haben auch das Infozentrum sowie das Museum und die Galerie der Stadt ihren Sitz. Oberhalb von Hustopeče führt die Route unter der Autobahn hindurch und dann parallel zu ihr auf einem Waldweg ostwärts bis Starovičky. Von der Ortsmitte gelangen Sie durch eine Unterführung wieder auf die linke Seite der Autobahn, wo es durch die Weinberge nach Velké Pavlovice weitergeht. Unterwegs bietet sich auch noch ein kurzer Abstecher zum Aussichtsturm U Obrázku an.

 

Im Herzen des Anbaugebiets erreichen die Radler die ethnographische Region Hanácké Slovácko, den ersten Landstrich seit Beginn der Route, wo es noch ausgeprägte Volkstraditionen gibt. Das Erbe der Vorfahren wird hier durch die Erhaltung alter Bräuche geehrt, in deren Mittelpunkt die Festtagstracht steht, die zu wichtigen Feiern wie Kirchweih, Weinlesefest und Fronleichnam angelegt wird. Rund um Velké Pavlovice gibt es vortreffliche, gastfreundliche Winzer. Wenn Sie fröhliche und gesellige Menschen, jahrhundertealte Keller und die besten Rotweine Mährens kennenlernen möchten, so nutzen Sie die Übernachtungsmöglichkeiten der Stadt. Bei einer abendlichen Besichtigung können Sie sich von der Fahrt ausruhen und gleichzeitig das Zentrum der Winzerkunst von Velké Pavlovice erleben.

 

Von Velké Pavlovice schlängelt sich die Route durch eine hügelige Landschaft über Horní Bojanovice und Němčičky bis nach Bořetice. Hier erwartet die Radler vom Wein inspirierter Humor - die Freie Bundesrepublik Kraví hora am Ufer des Flüßchens Trkmanka ist nicht nur ein ansehnliches Winzerdorf, sondern auch ein souveräner Staat mit einer eigenen Verfassung, Regierung, einem Präsidenten sowie der eigenen Währung „Kravihorec“. Der Blick vom „Ministerium für Finanzen, Postwesen, Klatsch und Kommunikation aller Art“ der Republik läßt den weiteren Verlauf der Mährischen Weinroute erkennen - sie steigt auf der Landstraße an nach Vrbice. Aus der mittelalterlichen Wehr- und Wachsiedlung ist mit der Zeit ein ausgewachsener Winzerort geworden, und die in sieben Stockwerken übereinander angeordneten Keller im Konglomeratgestein des Hügels Stráž bergen Weine von höchster Qualität. Danach geht es zwischen Weinbergen hinab nach Kobylí und durch eine waldlose Landschaft über Brumovice und Morkůvky nach Klobouky. Am höchsten Punkt unmittelbar vor der Einfahrt in die Stadt können Sie zu einer rekonstruierten Windmühle abbiegen, die am Ort der letzten ursprünglichen Mühle von Klobouky aufgestellt wurde, um an die Zeiten zu erinnern, als am Hang südlich der Stadt mehrere Windmühlen in Betrieb standen.

 

Auf dem verbleibenden Abschnitt bis Krumvíř genießen Sie die Aussicht auf das unter Naturschutz stehende Steppengebiet und die Durchfahrt durch die Kellerkolonie der hiesigen Kleinwinzer. Von Krumvíř aus führt die Mährische Weinroute auf einem schnellen Landstraßenabschnitt weiter in Richtung Mährische Slowakei. Der Ort Terezín gilt als Tor zum gleichnamigen größten Anbaugebiet Mährens, dessen Weinberge bis an den Fuß der Weißen Karpaten und des Marsgebirges (Chřiby) reichen. Zugverbindungen zurück in die größeren Städte bietet der Bahnhof im benachbarten bekannten Weinbauort Čejč.

 

Einen Besuch wert:

Pouzdřany: gotische Kirche St. Nikolaus, Renaissance-Freihof, Naturschutzgebiet Steppe von Pouzdřany

Popice: Weinbaubetrieb Sonberk

Hustopeče: Weinbau-Dauerausstellung, Museum und Galerie

Starovičky: Aussichtsturm U Obrázku

Velké Pavlovice: Keller und Pressenhäuser

Bořetice: Kellerkolonie Kraví hora

Vrbice: Kellerkolonie Na Stráži

Kobylí: Weinbauausstellung im Gemeindemuseum

Klobouky: Windmühle, Stadtmuseum

Krumvíř: Steppe Louky pod Kumstátem