Auf der Mährischen Weinroute durch die Region Znojmo - auf den Spuren einer vom Wein geschriebenen Geschichte

Routenführung:

Znojmo – Havraníky – Šatov – Chvalovice - Vrbovec – Slup – Jaroslavice – Hrádek – Dyjákovice – Hevlín - Jevišovka

Charakteristik:

Die Mährische Weinroute verbindet die altehrwürdige Stadt Znojmo mit Uherské Hradiště, der Metropole der Mährischen Slowakei, und verlockt zum Kennenlernen einer Region, die sich ihrer Weine, ihrer reichen Geschichte und ihrer lebendigen Traditionen rühmen kann. An der Route liegen 70 Weinorte, ein Dutzend Naturschutzgebiete und die bedeutendsten Geschichts- und Architekturdenkmäler der Region.

Routenparameter:

Schwierigkeitsgrad : Turista
Routenlänge: 66,8 km
Geeigneter Fahrradtyp: Krosové
Touristisches Gebiet: Znojemsko a Podyjí
Maximale / minimale Seehöhe: m ü.M. / m ü.M.
Gesamtsteigung: m
Gesamtsteigung in Metern: m

Beschreibung:

Die Mährische Weinroute verläuft als Hauptroute durch alle Untergebiete der fruchtbaren mährischen Weinbauregion und hat gemeinsame Abschnitte mit sieben der zehn lokalen Weinwege. Ihren Ausgangspunkt hat sie im Zentrum von Znojmo, unweit des Obelisken mit der Statue der Siegesgöttin Nike am Komenského náměstí. Inmitten des Parkgürtels Husové sady markiert eine Tafel mit einem stilisierten roten Weinkeller ihren Beginn. Nach kurzer Fahrt bergab durch den Park folgt sie für etwa einen Kilometer einer Hauptstraße. Auf der Loucká-Straße vorbei am Prämonstratenserkloster Louka läßt die Route aber bereits das geschäftige Treiben und den Lärm der Stadt hinter sich, und die Brücke über die Thaya bildet schon das Tor zu der bedeutenden Weinbaugemeinde Nový Šaldorf-Sedlešovice. Nach dem Ort biegt die Route von der Landstraße Znojmo - Retz ab, und in einem ersten Anstieg geht es hinauf nach Konice. Auf die Abfahrt hinunter nach Popice folgt ein reizvoller, aber technisch anspruchsvoller Abschnitt durch das Heidegebiet von Havraníky, welches das Tor zum Nationalpark Thayatal markiert. Den steinigen Weg säumen Kapellen, Kreuze und Marterl mit zweisprachigen deutsch-tschechischen Inschriften, Zeugen einer jahrhundertelangen gemeinsamen Vergangenheit. Im Alten Weinberg oberhalb von Havraníky erwartet die Radler eine kleine Oase in Gestalt eines hölzernen Weinberghäuschens der Firma Znovín Znojmo. Neben einem Dutzend anderer Sorten können Sie hier auch die ausgezeichnete Charles Sealsfield Cuvée probieren, benannt nach dem Pseudonym eines berühmten Sohns von Popice, des Schriftstellers Karl Anton Postl. Die Hochfläche oberhalb von Havraníky ist der ideale Ausgangspunkt für einen kurzen Abstecher zum legendären Weinberg Šobes.

 

Hinter Havraníky biegt der Weg nach Šatov ab. Unterwegs passieren Sie wohl alle Weinkeller der Gemeinde, nur der bekannteste - der Bemalte Keller - erfordert einen kleinen Abstecher. Ab Šatov steigt die Mährische Weinroute zur Landesgrenze nach Österreich hin an und passiert einen Infanteriebunker der tschechoslowakischen Landesbefestigung. Von der Weinlage Nad Peklem bietet sich ein fantastischer Rundblick über die Weinorte zu beiden Seiten der mährisch-österreichischen Grenze, bei klarem Wetter sollen sogar die Alpen zu sehen sein. Die Route verläßt die wellige Landschaft entlang der Landesgrenze auf einem früheren Kolonnenweg in Richtung Chvalovice, ab wo sie gemeinsam mit dem Fernradweg  Greenways Prag - Wien bis Načeratice führt. Damit es Ihnen auf dem flachen Landstraßenabschnitt nicht zu langweilig wird, sei Ihnen ein Abstecher zur Burg Lampelberk, von deren Rundturm sich ein weiter Panoramablick eröffnet, oder eine Weinprobe im Weinbauzentrum der Firma Ampelos in Vrbovec empfohlen.

 

Der anschließende Wegabschnitt legt beredtes Zeugnis vom Schicksal des mährischen Grenzlands ab, für das die Vertreibung der Deutschen nach dem Krieg und die nachfolgende Verwüstung durch die Kommunisten tragische Folgen hatten. Heute sucht der einst reiche Landstrich mit Mühe sein verlorenes Gesicht. Auf einem flachen Streckenabschnitt gelangen Sie rasch nach Slup mit seiner außergewöhnlichen Renaissance-Wassermühle samt dem zugehörigen Mühlbach. Das Schloß in Jaroslavice läßt noch heute den schonungslosen Umgang der einstigen Volksarmee erkennen, die es früher nutzte. Nach dem Schloß verläßt die Route die Straße, führt ein kurzes Stück am Teichufer entlang und folgt schließlich einer Pappelallee bis Hrádek. Vor dem Ortseingang steht eine neugotische Kapelle aus dem Jahr 1906, die nach einer Renovierung der heiligen Agnes von Böhmen geweiht wurde. Bevor Sie den abschließenden zehn Kilometer langen Abschnitt nach Hevlín in Angriff nehmen, sollten Sie auf der Anhöhe am Rand von Hrádek haltmachten. Hinter der Einfriedungsmauer der spätbarocken Kirche St. Peter und Paul verbirgt sich die außergewöhnliche romanische Ulrichsrotunde, deren erste Erwähnung in die Mitte des 11. Jahrhunderts zurückreicht. In Dyjákovice biegt die Route auf einen einstigen Kolonnenweg der Grenztruppen ab, der heute als ruhiges Asphaltsträßchen bis Hevlín führt.

 

Zugverbindungen nach Znojmo und Břeclav bestehen im nahegelegenen Jevišovka. Wer diese zusätzlichen sechs Kilometer aushält, passiert unterwegs zwei neue Greenways-Rastplätze, die der Bildhauer Josef Zahradník aus Ivančice gestaltet hat. Das einstige Kolonisationsdorf Jevišovka liegt an der Einmündung des gleichnamigen Flüßchens in die Thaya. Sein Wahrzeichen ist die Kunigundenkirche, deren Turm sich seine ursprüngliche gotische Gestalt bewahrt hat, während das Kirchenschiff in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts völlig umgestaltet wurde. In der Mitte der neunziger Jahre wurden die sakralen Kleinbauten im Ort restauriert, die Barockskulptur des hl. Johannes von Nepomuk steht unter Denkmalschutz.

 

Einen Besuch wert:

Znojmo: denkmalgeschützte Altstadt, Rotunde St. Katharina, Kloster Louka

Havraníky: Weinberg Šobes

Šatov: denkmalgeschützter Dorfkern, Gemalter Keller, Infanteriebunker der tschechoslowakischen Landesbefestigung

Slup: Renaissance-Wassermühle, Museum der tschechoslowakischen Landesbefestigung 1938

Jaroslavice: Teiche

Hrádek: Rotunde St. Ulrich