Durch den Steinitzer Wald in das Land um Kyjov
Routenführung:
Bučovice – Kloboučky – U kříže – U Slepice – Lovčice (Abstecher nach Ždánice und zurück) – Nechvalín – Ostrovánky – Bukovany – Kyjov – Kostelec – Vlkoš – Vracov – BzenecCharakteristik:
Die vom sportlichen Gesichtspunkt wie auch von der Natur her attraktive Querung der Mittelmährischen Karpaten führt aus der von der Litava durchflossenen, landwirtschaftlich geprägten Hanna durch die Buchenforste des Steinitzer Walds (Ždánický les) in den vom Weinbau dominierten Teil der Mährischen Slowakei um die Städte Kyjov und Bzenec. Auf nur wenigen Kilometern „erfährt“ der Besucher nicht nur die ganze Naturvielfalt dieser Landschaft, sondern auch die ebenso bunten volkstümlichen Traditionen im östlichen Teil der Region Südmähren, einem Landstrich, wo der Boden Weinreben ebenso wie Erdöl hervorbringt, wo die karpatischen Buchenwälder in direkter Nachbarschaft zu intensiv bewirtschafteten Ackerflächen existieren. Da jedoch nur wenige Touristen bisher den Bergzug des Steinitzer Walds entdeckt haben, warten auf den Radwanderer noch reizvolle Winkel und interessante Kulturdenkmäler.Routenparameter:
| Schwierigkeitsgrad : | Rodina s dětmi |
|---|---|
| Routenlänge: | 52 km |
| Geeigneter Fahrradtyp: | Krosové |
| Touristisches Gebiet: | Slovácko |
| Maximale / minimale Seehöhe: | m ü.M. / m ü.M. |
| Gesamtsteigung: | m |
| Gesamtsteigung in Metern: | m |
Beschreibung:
Die Stadt Bučovice an der Nordflanke des Steinitzer Walds liegt am Flüßchen Litava und stellt durch ihre Lage an der Eisenbahnlinie Brno – Veselí und der Fernstraße E55 den idealen Ausgangspunkt dar. Der rege Verkehr durch die Stadt nimmt ihr nichts von ihrer Schönheit, die sie nach vielen Jahren vor allem durch die Instandsetzung des Stadtplatzes und die Renovierung ihrer wichtigsten Denkmäler wiedererlangt hat – des romantisch gelegenen Schlosses, das sich im benachbarten Teich spiegelt, und der Kirche Mariä Himmelfahrt, die direkt gegenüber auf der anderen Seite des Stadtplatzes steht. Das für beide Gebäude typische Stilelement der auffällig flachen Dachspitzen auf den Türmen macht auch für Laien ihre architektonische Verbundenheit und den einheitlichen Charakter der Stadt erkennbar.
Aus dem Zentrum der Stadt, das abseits unserer Ausflugsroute liegt, welche am Bahnhof beginnt, wählen wir den Weg durch die Ždánská ulice in Richtung der Radroute 5097. Dieselbe Route und eine gleichnamige Straße führen uns auch durch den Ort Kloboučky, hinter dem die zusammenhängende städtische Bebauung endet. Wir verlassen die Straße und folgen von nun an über viele Kilometer den asphaltierten Waldwegen durch die Hügellandschaft des Steinitzer Walds. Nach einem kurzen Abschnitt durch das von Wiesen bedeckte Tal des Baches Klobouček geht es ab der Wegkreuzung beim Forsthaus U Svaté durch tiefe Buchenwälder. Nach einiger Zeit weichen die Bäume zurück und geben den Blick frei auf den Lagerplatz Jitřenka, der, am Südhang des Tales gelegen, zusammen mit dem gegenüberliegenden Teich und dem Freibad einen schönen Ausflugsort inmitten der Wälder bildet. Daß die Umgebung mit einer Hexe auf ihrem Besen, einem Wassermann, einem Grenzwächterhäuschen oder einem Schild „Kraftquelle der Bučovicer“ geschmückt ist, belegt nicht nur, daß dieser Ort lebt, sondern zeugt auch von einer gehörigen Portion Humor bei jenen, die sich um die Instandhaltung der Anlagen kümmern.
Der Waldweg schneidet sich etwas tiefer in die Hügel ein, um nach der Wegkreuzung U zabitého in Serpentinen bis zum Hauptrücken des Steinitzer Walds anzusteigen, der an der Stelle des alten Handelswegs Bohuslávka erreicht wird. An der großen Waldwegkreuzung U kříže beginnt schließlich der eigentliche Höhenweg durch den Steinitzer Wald, dessen neue Asphaltdecke Ihnen eine ruhige Fahrt per Rad oder Inline-Skates garantiert, die höchstens einmal durch ein Fahrzeug der Mährischen Ölfördergesellschaft gestört wird, die hier eine Reihe von Erdölbohrungen betreibt, über die im übrigen auch die Tafeln des Lehrpfads informieren.
Unweit der höchsten Erhebung des Steinitzer Walds (438 m ü. M.) mit dem wenig poetischen Namen U Slepice („Zum Huhn“) erinnern an das einstige gleichnamige Forsthaus und die Legende über den Namen dieses Ortes sowohl die Wegweiser als auch die an einem Baum befestigte Holzskulptur eines Auerhuhns. Wer Gefallen an der bequemen Fahrt auf dem Höhenweg gefunden hat, kann ihm für einige weitere Kilometer bis zur Wegkreuzung U zlatého jelena folgen, von wo es weiter bergab Richtung Süden nach Ždánice geht. Wir jedoch verlassen den Höhenweg schon jetzt und gelangen auf einem abschüssigen Sträßchen ins Bachtal des Jordánek, um vorbei am gleichnamigen Stausee am Waldrand in wenigen Minuten Lovčice zu erreichen.
Obgleich noch immer inmitten eines Hügellands, befinden wir uns nun bereits in den nördlichsten Ausläufern der Mährischen Slowakei und des Weinbaugebiets von Kyjov, was am Charakter der Dörfer wie der Landschaft sofort zu erkennen ist. An der Wegkreuzung unterhalb der unübersehbaren Kirche Sankt Peter und Paul in Lovčice können wir uns zu einem kleinen, 3 km langen Umweg ins benachbarte Ždánice entschließen, das dem gesamten Bergzug, den wir soeben hinter uns gelassen haben, seinen Namen gab. Das in die Südhänge des Steinitzer Walds eingebettete Städtchen konnte sich einst einer Sternwarte rühmen, die bis heute an der Straße nach Lovčice steht, jedoch ungenutzt verfällt. Auf der gegenüberliegenden Anhöhe liegt inmitten eines gepflegten Parks das ganz im Grün versteckte Schloß, das heute größtenteils als Seniorenheim dient. In einem Flügel des Gebäudes können jedoch die Sammlungen des Vrbas-Museums besichtigt werden, das den Namen seines Begründers, eines Lehrers aus Ždánice, trägt. Im Zentrum des Städtchens steht die Kirche Mariä Himmelfahrt. Wer genug Zeit mitgebracht hat, kann sein Rad in der Stadt abstellen und zu Fuß den nahegelegenen Berggipfel Palánek erklimmen, wo sich Überreste der einstigen Burg von Ždánice samt dem zugeschütteten Burgbrunnen erhalten haben, der nach einer alten Legende – wie könnte es anders sein – einen Schatz bergen soll.
Nach der Besichtigung von Ždánice kehren wir wiederum auf der Landstraße nach Lovčice zurück und setzen unsere Fahrt durch die hügelige Landschaft unterhalb des Bergzugs des Steinitzer Walds in Richtung Kyjov fort. Zwischen den nächsten Orten Nechvalín und Ostrovánky müssen wir auf der Landstraße mehrfach größere Höhenunterschiede überwinden. Letzte markante Anhöhe ist schließlich der Hügelrücken oberhalb des Ortes Bukovany mit der schon von weitem sichtbaren Windmühle. Diese ist heute Teil der „Ranch“ Bukovanský mlýn mit ihrem Gastronomie- und Freizeitangebot, wo heute kein Mehl mehr gemahlen wird, sondern rekonstruierte wie auch neue Gebäude im volkstümlichen Blau-Weiß der Mährischen Slowakei Restaurants und Gästezimmer bieten. Der romantische Eindruck dieses Ortes wird durch den weiten Rundblick über die Landschaft noch verstärkt.
Die Talfahrt hinter Bukovany markiert das Ende unserer Radwanderung durch die Berglandschaft des Steinitzer Walds und sein Vorland und bringt uns direkt in die Stadt Kyjov, eines der Zentren der Mährischen Slowakei. Kyjov selbst hat dem Auge seiner Gäste eher weniger zu bieten, und so sind wohl am ehesten der rekonstruierte Marktplatz mit dem weißen Rathausturm und der Kirche oder das nahegelegene Schlößchen mit dem Museum einen Besuch wert. Die eigentliche Welt der Mährischen Slowakei beginnt erst außerhalb der Stadt, die wir verlassen, indem wir einen kleinen Umweg über die Landstraße in Richtung Kostelec machen. Die schon von weitem unübersehbare romanische Wenzelskirche aus dem 11. Jahrhundert ist das wohl älteste erhaltene Bauwerk der Region und gleichzeitig der größte Backsteinbau aus jener Epoche in ganz Tschechien. Weiter unten an der Straße ins Dorf stoßen Sie unterhalb der Kirchenstufen auf den Weinkeller des Ortes und wissen damit sofort, in welcher Region Sie nunmehr angelangt sind.
Der absichtlich gewählte Umweg von Kyjov nach Vlkoš über Kostelec führt uns über Feldwege und später einen asphaltierten Radweg bis an den Fuß der Anhöhe Achtel, wo sich die Kellergasse Vlkošské búdy mit ihrem eigenwilligen Charme erstreckt. Hier lohnt es sich auf jeden Fall haltzumachen – sei es wegen des guten Weins oder wegen des pittoresken Anblicks dieses Ortes.
Mit der Ankunft in Vlkoš haben wir endgültig die hügelige Landschaft hinter uns gelassen, der weitere Weg führt ohne Steigungen am Nordrand der Bzenecká Doubrava entlang – eines Komplexes von Kiefern- und wärmeliebenden Wäldern auf Sanddünen, die einst die weiten Ebenen der Mährischen Sahara beherrschten und sich von hier bis zur March zogen. Auf den ebenen, glatten Radwegen sind die nächsten Dörfer und Städte im Nu ohne Anstrengung erreicht – auf Vracov folgt direkt Bzenec, Hauptort des nächsten Weinbaugebiets, mit seinem Schloß und der romantischen Ruine einer Kapelle oberhalb der Stadt an einem Ort namens Starý hrad.
Wer gegen Ende des Ausflugs bereits in Zeitnot gerät, kann die Fahrt am Bahnhof von Vlkoš oder von Vracov beenden.
Einen Besuch wert:
Bučovice: Schloß, Kirche
Ždánice: Schloß, Vrbas-Museum
Bukovany: Nachbau einer Windmühle
Kyjov: Schloß, Museum
Vlkoš: Vlkošské búdy - Weinkeller
Vracov: Folkloremuseum
Bzenec: Ruine der Kapelle, sog. Starý hrad






















































